Erasure - World Be Live - Cover
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Erasure World Be Live


  • Label: Mute/Rough Trade
  • Laufzeit: 99 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Erasure sind wie zu Zeiten von „Union Street“ weiterhin für eine Überraschung gut. Nur diesmal ist die Überraschung böse.

Eklat! Erasure haben viel für die Popmusik der letzten Jahrzehnte getan und dann wird ihr knapp 100-minütiges Live-Schaffenswerk „World Be Live“ abgefrühstückt. Was auf den ersten Blick wie eine lieblose Frechheit anmutet, hat jedoch technische Hintergründe, die sich über die komplette Spieldauer des Live-Doppel-Albums erstrecken. Herausragende Live-Alben leben davon, dass sie die Stimmung und den Sound eines Live-Erlebnisses einfangen und gerade was letzteres betrifft, ist „World Be Live“ leider eine große Enttäuschung.

Der Sound hallt, was den Gesang unsauberer und sämtliche Instrumente und Synths versetzt und blechern klingen lässt. Gerade wenn Hörer das am gleichen Tag erschienene „Boxer Live In Brussels“ von The National als Referenz nehmen, ist die Tonqualität auf „World Be Live“ beschämend. Allein Anmoderationen der Band sowie die Zuschauer sind angenehm abgemischt und erzeugen Live-Atmosphäre. Ob es am Editing, dem ursprünglichen Setup oder anderen Schritten liegt, ist letztlich nicht festzustellen. Der Fakt ist, dass dieses Live-Album heutigen Standards nicht entspricht und viel Potenzial verschenkt.

Das ist umso trauriger, weil Erasure nachweislich gute Live-Auftritte hinlegen können. Interessanterweise sind auch Songs vorhanden, die wie „Take Me Out Of Myself“ richtig gut klingen. Einzelne Perlen machen den faden Klang dieses Doppel-Albums allerdings nicht wett. Da hilft der ausgewogene Mix aus erfolgreichen Klassikern und jüngeren Stücken auch nichts, der zwar nicht perfekt ist, aber qualitativ weitaus besser als das Ergebnis aus den Boxen klingt.

Hardcore-Fans halten sich bei diesen Aufnahmen am besten an der positiven Stimmung des Publikums fest und dürfen davon ausgehen, dass Erasure den eigenen Fans auch heute noch Freude bereiten. Dass das auf „World Be Live“ kaum zu hören ist, macht den Ruf der Band nicht kaputt, ist aber keine gute Werbung für den neuesten Live-Output.

Anspieltipps:

  • Take Me Out Of Myself
  • Chains Of Love
  • A Little Respect

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