Desert Mountain Tribe - Om Parvat Mystery - Cover
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Desert Mountain Tribe Om Parvat Mystery


  • Label: Membran/SOULFOOD
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Was wäre, wenn Kasabian sich dem Stoner-Rock widmen? Desert Mountain Tribe finden, oder vielmehr sind, eine Antwort auf diese Frage.

Beim Zuhören ist das Schließen der Augen in vielen Fällen eine sehr gute Idee. Ohne sich von optischen Reizen ablenken zu lassen, konzentrieren wir uns auf das Gesagte, Gesungene und Gespielte und wie alles zusammen klingt. Ob One Direction lediglich unserem Schönheitsideal entsprechen oder die Gorillaz auch ohne einen Coolness-Faktor jenseits der 9.000 brillieren, klärt sich schneller, wenn das Blendwerk außen vor bleibt. Ein ähnliches Phänomen, wenn auch nicht dermaßen einschneidend, lässt sich bei Desert Mountain Tribe beobachten. Nein, eben nicht beobachten, sondern hören.

Wer das Label Stoner-Rock bereits gelesen hat und die Black Rebel Motorcycle Club-Kluft (BRMC) der Band bei Live-Auftritten sieht, erwartet eher eine Symbiose aus BRMC und Queens Of The Stone Age. Und auch wenn diese Vergleiche nicht unangebracht sind, sind die hippen Männer von Kasabian ein viel passenderer Vergleich für Desert Mountain Tribe. Im Opener „It’s All Good“ lässt sich der rotzige Ansatz Kasabians erahnen und in „Way Back To You“ tritt die Band mit dieser Attitüde geradezu die Tür ein.

Für eine Stoner-Band sind Desert Mountain Tribe extrem auf Hooklines und eingängige Melodien aus. „Om Pavart Mystery“ erinnert an das Zwitterdasein Kasabians zu „Empire“-Zeiten. Fest davon überzeugt eine Rockband zu sein und doch immer auf der Suche nach dem nächsten Dancefloor-Stampfer ringt dieses Album mit sich sich selbst. Desert Mountain Tribe führen diesen Kampf versetzt aus und wollen nicht von Americana- und Stoner-Einflüssen lassen, obwohl ihre Musik im Kern geradlinige Rockmusik mit Pop-Appeal ist.

Der verschleierte Klang auf „Om Parvat Mystery“ steht glücklicherweise nie im Weg, sondern ist lediglich ein Umhang, den die Musik der Band sich überzieht. Die Stoner-Einflüsse dürfen für den gehauchten Gesang und übereinander liegende Gitarrenspuren verantwortlich gemacht werden. Wahrscheinlich würden diese Lieder aber auch ohne den Stoner-Baukasten für Einsteiger funktionieren.

Das Entscheidende ist, dass der poppige Kasabian-Ansatz das Album trägt. Die Lieder reizen ihren Ideenreichtum nicht aus, sondern konzentrieren sich nahezu durchgehend auf gute Melodien und einfache Spannungsbögen. Längen wie in „Spyders“ sind damit gut zu verkraften und im Vergleich zu den treibenden Melodien klar in der Unterzahl. Abschließend lassen im Laufe des Albums noch weitere Rockbands erahnen, die nicht zwingend für Stoner-Standardware stehen, sodass die Zukunft der Band spannend sein dürfte. Wenn sich Desert Mountain Tribe weiter öffnen und ihre eigene Handschrift finden, steht einem Top-Album nichts mehr im Weg. Dass die Band ihr Handwerk beherrscht, hat sie mit „Om Parvat Mystery“ in jedem Fall bestätigt.

Anspieltipps:

  • Way Back To You
  • VII
  • Wide Eyes

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