Samuel Hope - Other Man - Cover
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Samuel Hope Other Man


  • Label: Filter Music Group
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Samuel Hope verschenkt Einzigartigkeit für potenziell breiten Anklang. Die Hoffnung bleibt, dass der Musiker sich von Trends und Erwartungshaltungen in Zukunft entfernt. Um diese Stimme wäre braver Pop zu schade.

Ohne Angst vor Klischees und Emotionen startet Samuel Hope sein Debüt mit einer knapp zweiminütigen Ballade, die seine Stimme beinahe nackt in den Vordergrund stellt. Und wer nicht gerade Abneigungen gegen klare Stimmen hat, der verliert sich schnell in Hopes Stimme. Aber der Zauber verfliegt schnell, wenn das Album „Other Man“ im Gegensatz zum gleichnamigen Song hauptsächlich auf beliebige Radiomelodien setzt. Samuel Hope hätte mit seinem Debüt direkt eine moderne Interpretation von Simply-Red-Großtaten gelingen können. Mit zu viel Mainstream-Zwang und fehlendem Ideenreichtum herrscht beim 34-jährigen Hope die gleiche Qualitätskrise wie bei den Schmuse-Pop-Vorbildern.

Auch wenn „Runaway“ Hörer noch in gute Tage der 80er und 90er entführt, verrät das Lied im Chorus den austauschbaren Ansatz, damit die besten Momente der Lieder bei Werbungen und im Radio laufen können. Lieder wie „Won’t Put Up A Fight“ und „Carried Away“ sind lediglich die offensichtlichsten Beispiele, die sämtliche Eigenständigkeit abgeben. Das wird teils durch die sehr gute Produktion kaschiert, doch aufmerksame Hörer merken trotzdem, dass sich hinter vielen Liedern auf „Other Man“ wenig verbirgt. Ausnahmen wie „I Won’t Keep You Waiting“, das moderne Trends aus dem Fenster wirft“, sind selten. Mit besseren Ohrwürmern wäre dieser platte Ansatz vielleicht noch leichter zu vergeben, aber wenn ein „Believe“ über die Emotionen kommen möchte und sich selbst mit kalter Leere schmückt, dann kann Hopes Musik langfristig nicht funktionieren.

Für seichte Momente und beim Wachwerden ist Hopes Musik geeignet, aber die wirklich tiefen Gefühle täuscht uns lediglich diese samtene Stimme vor. Zu sagen hat diese Stimme nämlich leider noch ziemlich wenig, was an Texten und Arrangements zu offensichtlich ist, um darüber hinweg zu hören. Da hilft all die reduzierte Schönheit des Abschlusses mit „Wounded“ und „Without Warning“ nichts. Dafür dürfen solche Lieder nicht die Ausnahme, sondern müssen die Regel sein.

Anspieltipps:

  • Wounded
  • Without Warning
  • I Won’t Keep You Waiting

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