The Kooks - Let´s Go Sunshine - Cover
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The Kooks Let´s Go Sunshine


  • Label: Lonely Cat/Rough Trade
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Vier Jahre nach ihrem letzten Studio-Longplayer sind The Kooks mit Album Nummer 5 zurück und kompensieren damit den Ausfall von „Listen“ (09/2014).

Den Major-Vertrag mit Virgin Records haben die aus dem britischen Seebad Brighton stammenden The Kooks nach vier Studioalben mit der Vorlage der Hit-Sammlung „The Best Of… So Far“ (05/2017) im vergangenen Jahr erfüllt. Gleichzeitig unterschrieb das Quartett einen neuen Vertrag mit dem Independent-Vertrieb Kobalt Music, mit dem sich Luke Pritchard (Gesang, Gitarre), Hugh Harris (Gitarre), Peter Denton (Bass) und Alexis Nunez (Drums) mehr Unabhängigkeit, aber auch mehr Eigenverantwortung auf die Fahnen geschrieben haben. Denn zuletzt steckten The Kooks in einer ernsthaften Krise, die von Line-up-Wechseln und mit „Listen“ (09/2014) von einem Album geprägt war, auf dem The Kooks den Faden vollkommen verloren hatten und auf HipHop und Dance-Pop setzten.

Doch nun sind die Briten wieder bereit, an die Erfolge ihrer ersten beiden Longplayer anzuknüpfen, die ihnen einige Millionen verkaufte Einheiten und Top-Platzierungen in den Charts bescherten. Dabei fingt der Arbeitsprozess für „Let’s Go Sunshine“ alles andere als berauschend an. The Kooks wollten den Stil von „Listen“ weiterführen und arbeiteten wieder mit Produzent Inflo (Belle And Sebastian, Portugal. The Man, Tom Odell, Michael Kiwanuka) zusammen. Doch die Sessions gerieten zu einem Desaster. Da kam Mastermind Luke Pritchard der Geistesblitz, zu den musikalischen Wurzeln der Kooks zurückzukehren und ein klassisches Gitarren-Band-Album aufzunehmen.

Mit dem Produzenten Brandon Friesen (u.a. Billy Ray Cyrus, Dionne Warwick, Sum 41, Bif Naked, Stone Sour, Seether, Nickelback, Everlast) und dem Co-Songwriter Chris Seefried (u.a. Lana del Rey, Counting Crows, Gemma Hayes, Joseph Arthur, Larkin Poe) legten The Kooks in Los Angeles den Hebel um und spielten 14 Songs ein, die sie aus eigener Tasche sowie über Crowd-Funding im Internet vorfinanziert hatten – auf dass sie mit „Let’s Go Sunshine“ vielleicht einen adäquaten Nachfolger von „Inside In Inside Out“ (03/2006) und „Konk“ (04/2008) auf die Reihe bekommen.

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So lassen The Kooks schon im Opener „Kids“ die E-Gitarren kernig aufheulen, gepaart mit „ohoho“-Chören und dem rauen Charme des 90er-Jahre-BritPop. Mehr Pop als Rock, aber dafür im Breitwandformat, bieten die Vorabsingle „All the time“ und das nachfolgende „Believe“. Schon an dieser Stelle ist zu bemerken, dass sich The Kooks nicht für eine Schublade entschieden haben, sondern sehr breit aufgestellt an das Thema BritPop herangehen. Mit Gute-Laune-Songs wie „Chicken bone“ und „Four leaf clover“ sowie Ohrwürmern wie „Tesco disco“ und flotten Rocksongs wie „Pamela“ klappt das durchaus gut. Aber „Let’s Go Sunshine“ hat auch Schattenseiten. Wenn auch nur ganz dezent.

Denn The Kooks können es sich auf Dauer nicht verkneifen, in Stücken wie „Swing low“ oder auch „No pressure“, um nur zwei Beispiele zu nennen, eine Spur zu viel Bombast aufzufahren, sodass sie wie eine Mischung aus David Bowie, Oasis, The Lightning Seeds und den Beatles klingen. Das könnte sich für den einen oder anderen dann doch zu sehr nach Gemischtwarenladen anhören. Es lässt sich aber auch als erfreuliche Entwicklung ansehen, wenn man sieht, dass ein Ausfall wie „Listen“ kompensiert werden musste.

Anspieltipps:

  • Kids
  • Tesco disco
  • Picture frame
  • Chicken bone
  • Four leaf clover
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