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Granada Ge Bitte!


  • Label: Karmarama/Sony Music
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

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Dass aus unserem Nachbarland Österreich nicht nur radiotaugliche Popmusik von Christina Stürmer kommt, haben in den letzten Jahren Acts wie Wanda, Voodoo Jürgens, Bilderbuch und Der Nino Aus Wien – um nur ein paar zu nennen – eindringlich bewiesen. In der Indie-Szene der Alpenrepublik brodelt es und auch der deutsche Hörer partizipiert davon.

Noch im Newcomer-Status steht die Band Granada aus Graz in der Steiermark. Ihr im September 2016 veröffentlichtes, von Oliver Zülch (u.a. Bela B, Slime, Pelzig, Die Ärzte, Sportfreunde Stiller, The Notwist) produziertes Debütalbum „Granada“ platzierte sich in den heimischen Charts auf Platz 38 und setzte ein erstes Ausrufezeichen. Nun wollen Thomas Petritsch (Gesang), Lukacz Custos (Gitarre), Alexander Christof (Akkordeon), Jürgen Schmidt (Bass) und Roland Hanslmeier (Drums) mit ihrem Mundart-Rock die nächste Stufe erklimmen und legen mit „Ge bitte!“ ihr zweites, erneut von Oliver Zülch betreutes Album vor.

Für dieses gilt genau wie für das Debütwerk, dass der geneigte Hörer als Voraussetzung die grundsätzliche Bereitschaft mitbringen muss, den breiten österreichischen Dialekt zu ertragen – und ihn selbstverständlich auch verstehen sollte. Zumindest ein bisschen. Das erleichtert den Umgang mit dem, ähem, schmissigen Songmaterial (Stichwort: Akkordeon!), das stilistisch irgendwo von den frühen Rolling Stones, Vampire Weekend bis hin zu den Strokes angesiedelt ist und sich zwischen ziemlich genial („De Stodt“), gewöhnungsbedürftig („Miad vom Tanzen“) und ganz schön abgedreht („Sauna“) bewegt. Und damit sind erst einmal nur die drei Eröffnungsstücke gemeint.

Auf diese Weise teilen uns Granada mit, dass man Berlin nicht nur cool, sondern auch scheiße finden kann („Berlin“), dass Kleider Leute machen („Prada“), dass man sich mit Geld keine Freunde kaufen kann („Marie“) und die Balearen auch bei Regen schön sind („Mallorca im Regen“). Damit sind Granada nicht mur musikalisch, sondern auch in Sachen Wortwitz ihren Kollegen von Wanda auf der Spur. Diesem Charme der fünf Österreicher kann sich der Hörer kaum entziehen. Wenn da nicht der Dialekt wäre…

Anspieltipps:

  • Marie
  • Prada
  • De Stodt
  • Verwoitn
  • Vom Herz kummt
  • Mallorca im Regen
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