Vanessa Mai - Schlager - Cover
Große Ansicht

Vanessa Mai Schlager


  • Label: Ariola/Sony Music
  • Laufzeit: 88 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Erlebe Schlager, wie du ihn noch nie erlebt hast.

Unter dem Motto „Erlebe Schlager, wie du ihn noch nie erlebt hast“, präsentiert Vanessa Mai ihr drittes Soloalbum. Und dazu haben sich die Strategen der Plattenfirma eine kluge Taktik ausgedacht. Denn „Schlager“ soll das Produkt sein, das am VÖ-Tag 3. August 2018 mit aller Macht auf Platz eins der deutschen Charts gehen soll. Das Album erscheint wie schon die Vorgängerwerke „Regenbogen“ (08/2017) und „Für dich“ (04/2016) in gefühlt einem halben Dutzend Konfigurationen, darunter allein drei limitierte und gnadenlos teure Luxus-Ausgaben, und strebt damit den höchsten Umsatz des Wochenendes an, der für die Ermittlung der Chart-Reigenfolge maßgeblich ist.

Damit möchte die Sängerin nach drei Longplay-Veröffentlichungen mit dem Projekt Wolkenfrei noch stärker in der Gunst des Publikums punkten. Denn bereits jetzt ist die 26-Jährige neben Helene Fischer (34) und Andrea Berg (52) die zurzeit beliebteste deutsche Schlagersängerin. Dahinter folgen mit einigem Abstand Michelle (46), Claudia Jung (54) und Anna-Maria Zimmermann (29). Dass Erfolgsrezept scheinen Mai und ihr Team (Felix Gauder, Lukas Loules, Madizin) ein wenig bei Helene Fischer abgeschaut zu haben, die ihren Sound zuletzt immer mehr in Richtung Pop geöffnet hat. Schaden kann dies gewiss nicht.

Bild

Rein quantitativ lässt sich „Schlager“ nicht lumpen. Das Werk erscheint als Doppel-CD mit 12 brandneuen Songs sowie einem Dutzend weiterer Stücke aus der Anfangszeit der Sängerin, die für „Schlager“ noch einmal eingesungen und mit einem frischen Sound ausgestattet wurden. Zum renovierten und modernisierten Klangbild gehören nun Electro- („Verdammter Engel“) und HipHop-Beats („Wir 2 immer 1“) sowie jede Mange poppige Melodien („Fallschirm“, „Stärker“), die allesamt das verkrustete Schlager-Fach aufbrechen sollen, das freilich auch auf diesem Longplayer nicht gänzlich ausgedient hat („Mein Sommer“).

Allerdings sind Kollaborationen, wie die mit dem Rapper Olexesh (!) eine deutliche Ansage an die Genre-Kollegen und -Fans. „Schlager“ soll Mauern in den Köpfen einreißen und Genres vermischen. Dazu darf der Hörer bei den Texten freilich nicht ganz so genau hinhören. Denn hier hat es nicht wirklich eine Evolution gegeben („Hör' nur noch drauf, was mein Bauchgefühl sagt. Wir teilen uns die Popcorn im Autoscooter. Schau mich nicht so an, sonst mach' ich 'nen Unfall. Da steht was im Weg, ich hup' mal und hup' mal.“). Nun ja, irgendwie gehören lyrische Leistungen wie diese aber auch traditionell zum Schlager-Genre dazu. Also Schwamm drüber!

Mit „Schlager“ ist Vanessa Mai ein angenehm harmloses Sommeralbum geglückt, das den Fans mit 24 Songs echten „Value for Money“ bietet und den Schlager tatsächlich ein bisschen aufrüttelt. Das wird den einen oder anderen Genre-Puristen mit den Zähnen knirschen lassen, doch bei diesem Konzept war eh klar, dass es nicht jedem Hörer recht gemacht werden kann.

Anspieltipps:

  • Niemals
  • Fallschirm
  • Glücksbringer
  • Wir 2 immer 1
  • Vergessen dich zu vergessen
Neue Kritiken im Genre „Schlager/Pop“
Diskutiere über „Vanessa Mai“
comments powered by Disqus