Adolescents - Cropduster - Cover
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Adolescents Cropduster


  • Label: Concrete Jungle Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Kurz nach dem Tod von Gründungsmitglied Steve Soto erscheint das neunte Album der Adolescents.

Zusammen mit Agent Orange und Social Distortion mischten The Adolescents Anfang der 1980er Jahre zunächst Orange County und dann die amerikanische und auch weltweite Punkszene auf. Der ganz große Wurf ist ihnen im Gegensatz zu so manchen Kollegen nie so wirklich gelungen, weshalb 1988 erstmal Schluss war. Bis zu diesem Zeitpunkt kam die Band auf gerade mal drei Alben. Seit der Reunion 2005 erschienen einigermaßen regelmäßig Alben, mit „Cropduster“ bringt die Band nun ihre insgesamt neunte Platte heraus. Trotz dessen steht die Zukunft der Band momentan wieder auf der Kippe. Gründungsmitglied, Bassist und Songschreiber Steve Soto verstarb überraschend Ende Juni kurz nach einer Tour mit der Band. Sänger Tony Reflex zeigte sich bestürzt, aber auch handlungsschnell. Für eine anstehende Tour wurde innerhalb weniger Tage Matt Cortez (My Chemical Romance) verpflichtet. Wie dies zu bewerten ist, kann jeder selbst entscheiden.

Musikalisch wird das neue Album „Cropduster“ mit dem melodischen Punkrocker „Queen Of Denial“ eröffnet. Im für Punkrock-Verhältnisse mittleren Tempo angesiedelt ruft der Song Erinnerungen an The Stooges hervor, aber auch Bad Religion scheinen durch, wenn Gitarrist Dan Root mit einem tollen Solo aufwartet. Hört man das folgende „Quicksand Blaster“ fragt man sich warum The Adolescents nie die ganz großen Bühnen gestürmt haben. Wäre dieser Song Anfang oder Mitte der Neunziger Jahre veröffentlicht worden, bräuchte er sich nicht vor den großen Hits von Green Day oder Offspring verstecken. Nach einigen Uptempo-Krachern wird es in „Alice In Wonderbread“ mit Single-Note-Riffs wieder melodischer und nicht nur die räumliche, auch die klangliche Nähe zu den Kollegen von Social Distortion wird deutlich. Der Titelsong oder „Nuclear Football“ bringen dann doch Licht ins Dunkel. Deutlich hardcorelastiger, vor allem in Bezug auf Tony Reflex‘ Gesang, ist diese Musik einfach nicht für große Massen gemacht.

Mit 18 Songs in 40 Minuten halten es The Adolescents eher kurz und knapp. Eine Punkrockplatte gerade noch rechtzeitig für den Sommer, wenn auch nicht alles Hit- und Feiercharakter hat. Dafür ist die Band zu sehr im Hardcore verwurzelt geblieben, zu politisch, wie auch das kultige Cover zeigt. Wie es jetzt mit den Amerikanern weitergeht steht noch in den Sternen, da Tony Reflex das einzig verbliebene Langzeitmitglied ist, der bis auf dem Debüt auf allen Alben sang. Eine Weiterführung der Band scheint jedoch alles andere als utopisch.

Anspieltipps:

  • Queen Of Denial
  • Quicksand Blaster
  • Alice In Wonderbread

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