Dota Und Die Stadtpiraten - Die Freiheit - Cover
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Dota Und Die Stadtpiraten Die Freiheit


  • Label: Kleingeldprinzessin Records
  • Laufzeit: 54 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ich such mir einen Yogalehrer, der mir sagt, wann ich einatmen soll und wann aus.

Die Berlinerin Dorothea „Dota“ Kehr (39) veröffentlicht seit mehr als 15 Jahren ihre im Liedermacher-Genre beheimatete Musik und konnte dafür schon diverse Auszeichnungen und Preise ergattern. Zuerst begann sie unter dem Pseudonym Kleingeldprinzessin (2003), nach dem auch ihr eigenes Label benannt ist, machte danach als Dota und die Stadtpiraten weiter und ist seit nunmehr fünf Jahren nur noch unter dem Namen DOTA unterwegs. Auf eine Band verzichtet sie dennoch nicht, sodass das Liedermacher- bzw. Songwriter-Genre hier und da in Richtung Pop, Folk und Rock ausgeweitet wird.

„Die Freiheit“ ist übergreifend Dotas 14. Longplay-Veröffentlichung und erneut eine pointierte Alltagsbeobachtung in Wort und Ton, geschaffen für Menschen, die Freude an der Kunst der deutschen Sprache sowie an handgemachter Musik haben und sich auf Songs in der Schnittmenge aus Maike Rosa Vogel, Sven Regener (Element Of Crime) und Judith Holofernes einlassen mögen. Macht der geneigte Hörer an all diese Punkte einen Haken, kann er sich auf 14 Stücke freuen, die Dota zusammen mit Jan Rohrbach (Gitarre), Janis Görlich (Drums) und Patrick Reising (Keyboards) eingespielt hat.

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Nach 2½ Jahren Arbeit und den Aufnahmen mit Markus Abendroth und Peter Thomas (u.a. Max Prosa, Karl Die Große, Alin Coen Band, June Coco) in Berlin, steht der Nachfolger von „Keine Gefahr“ (01/2016) für Songs über Sexismus („Nackte Beine“), Zwänge („Drahtseil“), Fluchtgedanken („Bunt und hell“), Rassismus („Zwei im Bus“), Beziehungsthemen („Kapitän“), Lebenslust („Sterne“), Leistungsdruck („Orte“), Sehnsucht („Prinz“) und die Zerstörung der Erde („Raketenstart“). Das klassische Themenspektrum einer Dota-Platte eben – und das wie gewohnt äußerst charmant in Szene gesetzt.

Dota Kehr klingt nicht besserwisserisch und bevormundet den Hörer nicht mit ihren Ansichten. Ihre Songs sind zu keiner Zeit krakelig und das mitunter recht anstrengende Liedermachersyndrom „Eine Stimme, eine Akustikgitarre, keine Produktion“ kommt auf „Die Freiheit“ gar nicht erst vor. Stattdessen erleben wir sympathischen Songwriter-Pop, der ernste Themen in spätsommerlich-angenehme Musik verpackt, die immer wieder eine Entdeckung wert ist.

Anspieltipps:

  • Prinz
  • Kapitän
  • Drahtseil
  • Zwei im Bus
  • Für die Sterne
  • Jeden Tag neu
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