Gin Blossoms - Mixed Reality - Cover
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Gin Blossoms Mixed Reality


  • Label: Cleopatra Records
  • Laufzeit: 54 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
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Auch 25 Jahre nach ihrem Durchbruch klingen die Gin Blossoms noch so, wie man sie von Alben wie „New Miserable Experience“ in Erinnerung hat.

Die aus Tempe, Arizona, stammende Band Gin Blossoms war in den 90er Jahren in Mitten des weltweiten Alternative-Rock- und Grunge-Booms ein Majoract mit zwei millionenfach verkauften Alben in den USA („New Miserable Experience“, 1992 und „Congratulations I'm Sorry“, 1996) sowie zahlreichen Singles, die respektable Platzierungen erzielten. Die Gin Blossoms gründeten sich im Jahr 1987, lösten sich 1997 auf und starteten 2002 ein Comeback auf kleiner Flamme, das bis heute anhält. Fünf Studioalben hat die Band seitdem auf den Markt gebracht, wobei der bis dato letzte Longplayer „No Chocolate Cake“ (09/2010) inzwischen fast acht Jahre auf dem Buckel hat.

Mit „Mixed Reality“ legen Robin Wilson (Gesang), Bill Leen (Bass), Jesse Valenzuela (Gitarre), Scott Johnson (Gitarre) und Scott Hessel (Schlagzeug) nun ihr sechstes Studiowerk vor, das sie per Internet-Crowdfunding-Kampagne vorfinanziert haben und von dem 67-jährigen Don Dixon (R.E.M., James McMurtry, Chris Stamey) produzieren ließen. Der Stammproduzent der Gin Blossoms, John Hampton (The White Stripes, The Raconteurs, The Replacements) verstarb im Jahr 2014, sodass sich die Band genötigt sah, neue Einflüsse zuzulassen. Das Ziel könnte dabei geheißen haben: Ein aktuelles Klangbild erreichen, ohne die Markenzeichen aus den 90er Jahren zu verwässern.

Die gute Nachricht lautet: Die Gin Blossoms sind auch auf „Mixed Reality“ auf Anhieb zu erkennen und pflegen ihren unverkennbaren Stil, für den vor 25 Jahren der Begriff Power-Pop quasi exklusiv erfunden wurde. Dazu geht die Band mit der liebgewonnenen Melodieseligkeit ihrer frühen Longplayer zu Werke („Break“, „Fortunate street“), die zuweilen an R.E.M. („Face the dark“) oder auch Collective Soul erinnert („Shadow“) und fast permanent gute Laune verbreitet („Miranda Chicago“, „Angels fly“). Dieser beinahe schon inflationäre Spaß in den Backen muss einem als Hörer natürlich zusagen, sonst könnte „Mixed Reality“ zwischendurch leichte Zahnschmerzen verursachen. Wer die Gin Blossoms aber genau dafür kennt und liebt, macht mit dem vorliegenden Album nichts falsch.

Anspieltipps:

  • Break
  • Angels fly
  • Fortunate street
  • Miranda Chicago
  • New Mexico trouble
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