The Jayhawks - Back Roads And Abandoned Motels - Cover
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The Jayhawks Back Roads And Abandoned Motels


  • Label: Legacy/Sony Music
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
9.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Recycling mal anders: Gary Louris nimmt Songs, die er mit anderen Bands geschrieben hat, mit seiner Stammband neu auf und formt sie zu einem neuen Album.

Gerade noch begleiteten The Jayhawks Ray Davies auf seinem aktuellen, eher halbgaren, zweiten Teil seiner Americana- Saga, nun steht zwei Jahre nach dem starken „Paging Mr. Proust“ erscheint nun wieder ein reguläres Album der Amerikaner. In über dreißig Jahren haben sich The Jayhawks mit ihrem Alternative Country einen exzellenten Ruf erspielt. Nicht so rockend wie die Drive-By Truckers, nicht so verschroben wie Wilco, dafür aber ähnlich konstant und hochklassig.

Wobei, um wirklich neue Songs handelt es sich auf „Back Roads And Abandoned Motels“ auch nicht. Die meisten Songs, stammen aus Kollaborationen von Frontmann Gary Louris mit anderen Künstlern. Seiner Meinung nach fühlten sie sich jedoch wie richtige Jayhawks-Songs an und nun gibt es angereichert mit zwei brandneuen Songs eben ein Album mit „gebrauchten“ Songs. Im Opener „Come Cryin‘ To Me“ hört man überraschenderweise Karen Grotberg am Leadgesang, deren Stimme eine entspannte Lässigkeit ausstrahlt. Die Bläser und auch die Percussion des Songs erinnern teilweise an Calexico und lassen Einflüsse lateinamerikanischer Musik zu. „Everybody Knows“ ist dann Alternative Country vom Feinsten. Natürlich hört man melancholische und eingängige Melodien, aber diese sind so weit entfernt vom Kitsch des Mainstream-Country, wie es nur sein könnte.

„Backwards Women“, eigentlich mit The Wild Feathers geschrieben, tönt etwas rockiger und klingt wie ein Song, nach dem sich die Rolling Stones die Finger lecken würden, während „Long Time Ago“ die Beatles durchklingen lässt und mit durchdringender Slidegitarre überzeugt. Es überzeugen also nicht nur die Songs, auch die Instrumentierung zeigt mal wieder, dass Könner am Werk sind. Mal klingt eine wehmütige Lapsteel („Everybody Knows“), ein anderes Mal darf auf der Mandoline gezupft werden („Gonna Be A Darkness“). Trotzdem sind die Instrumentierungen kein Selbstzweck, sondern immer songdienlich angelegt. Die beiden ganz neuen Songs fügen sich ohne weiteres in die bereits vorhanden ein. „Carry You To Safety“ hat deutlich poppige Anleihen, gerät allerdings eine Spur zu melancholisch um einen Riesenhit abzugeben, „Leaving Detroit“ verbindet traurige Strophen mit einem hoffnungsvollen Refrain.

The Jayhawks liefern mit „Back Roads And Abandoned Motels“ erneut ein hochklassiges Album ab. Zwar sind nur zwei gänzlich neue Songs darauf zu finden, allerdings sind die von Gary Louris mit anderen Künstlern geschriebenen Lieder nun auch im Gewand des Quintetts aus Minnesota zu hören. Recycling mal anders.

Anspieltipps:

  • Come Cryin’ To Me
  • Backwards Women
  • Long Time Ago
  • Carry You To Safety

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