U96 - Reboot - Cover
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U96 Reboot


  • Label: UNLTD Recordings
  • Laufzeit: 111 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ingo Hauss und Hayo Lewerentz haben das Boot wieder zu Wasser gelassen und starten ihr Techno-Comeback.

Wer sich noch an den deutschen Techno-Hype der frühen 90er Jahre erinnert, hat bestimmt noch den Namen U96 auf dem Schirm. Die Band bestand ursprünglich aus dem DJ Alex Christensen und dem Produktions-Team „Matiz“, bestehend aus Helmut Hoinkis, Ingo Hauss und Hayo Lewerentz. Mit der Techno-/Dance-Version der Titelmelodie des Kinofilms „Das Boot“ aus dem Jahr 1991 gelang dem Bandprojekt aus dem Stand ein perfekter Einstieg und zugleich der noch heute größte Hit in der Band-Historie. Der Song erreichte Platz eins in den deutschen Single-Charts, wo er sich für 13 Wochen festfraß.

Ein paar Jahre agierten U96 durchaus erfolgreich weiter in der deutschen Musikszene, doch mit dem abebbenden Techno-Boom sank auch der Stern der Hamburger, die seit dem Jahr 2003 nur noch aus den Hauptsongwritern Ingo Hauss und Hayo Lewerentz bestehen. Diese veröffentlichten im Jahr 2007 mit „Out Of Wilhelmsburg“ (03/2007) das bis dato letzte U96-Album, das allerdings kommerziell gnadenlos floppte. Trotzdem ist der Markenname U96 weiterhin am Leben. So gaben Ingo Hauss und Hayo Lewerentz im Jahr 2014 bekannt, dass sie an einem neuen U96-Album namens „Reboot“ arbeiten würden, das nun, mit einiger Verspätung, endlich vorliegt.

Aufgenommen wurde „Reboot“ im Hamburger Maschinenraum Studio sowie in Studios in Berlin und Düsseldorf. Als Gäste sind Wolfgang Flür (Ex-Kraftwerk), Joachim Witt und Terri B! mit an Bord, die Teil eines fast zwei Stunden langen Doppelalbums sind, das stolze 25 Stücke auf zwei CDs auffährt. Viel Material also, um verlorenen Boden gutzumachen, auch wenn davon ausgegangen werden kann, dass die damaligen Techno-Kids aus den 90er Jahren höchstens noch aus nostalgischen Gründen einen „Reboot“-Erwerb ins Augen fassen dürften. Unrealistisch ist dies jedenfalls nicht, denn das U96-Duo vermittelt mit den Songs des vorliegenden Albums, dass ihr Techno auch anno 2018 funktionieren kann.

Auch wenn bei der Fülle an Songs nicht jeder Track zünden kann, ist das Hörerlebnis insgesamt unerwartet homogen und selbst der Part des alten NDW-Grantlers Joachim Witt irgendwie liebenswürdig. Schlussendlich ist „Reboot“ keine Hardcore-Techno-Veranstaltung, sodass die Herren Hauss und Lewerentz ihren zumeist gemäßigten und streckenweise leicht poppigen Stil zelebrieren können, ohne dass es peinlich wird und punkten damit am Ende mit dem musikalischen Charme der 90er Jahre.

Anspieltipps:

  • Angels
  • Quo Vadis
  • Supernatural
  • Heart of light
  • F.........Camera
  • Contact machines
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