Prince - Piano & A Microphone 1983 - Cover
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Prince Piano & A Microphone 1983


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 35 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Neun bisher unveröffentlichte Tracks und Demos, aufgenommen im Heimstudio des 2016 verstorbenen Künstlers.

Am 21. April 2016 verstarb Prince Rogers Nelson auf tragische Art und Weise und hinterließ eine riesengroße Lücke in der Musiklandschaft, die kaum mehr zu füllen sein wird. Prince galt als einer der kreativsten Musiker seiner Generation, der alles für ein Leben als Star mitbrachte. Das Publikum liebt solche Künstler fast schon bedingungslos, auch wenn ein kritisches Ohr nie schaden kann. So gibt es nicht wenige Menschen, die behaupten, dass Prince nie ein schlechtes Album aufgenommen hat, obwohl er seinen musikalischen Output all die Jahre kaum zügeln konnte und in seinem futuristischen Paisley-Park-Anwesen, das heute ein Museum ist, vermutlich noch tonnenweise Aufnahmen jeglicher Art schlummern, die sicher nicht verstauben werden.

Denn Fakt ist: Die Musikwelt ist auch weiterhin heiß auf die Musik von Prince und es wird sich unter Garantie immer eine Plattenfirma finden, die sich mit dem Prince Estate einig wird, jene Schätze gewinnbringend auf den Markt zu werfen. So gab es im Juni des vergangenen Jahres bereits den Re-Release des „Purple-Rain“-Albums auf drei CDs und einer DVD, dem nun Teil zwei der posthumen Archivpflege folgt. Auf „Piano & A Microphone 1983“ werden dem Hörer neun unveröffentlichte Homestudio-Recordings aus dem Jahr 1983 kredenzt, die Prince zuhause im Kiowa Trail Studio alleine am Piano aufgenommen hat und den rauen Charme eines Demo-Bootlegs ausstrahlen.

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Glamourös ist sicher etwas anderes. Doch nach einem Nummer-Sicher-Auftakt einer hoffentlich sehr langen Veröffentlichungsreihe von Archivaufnahmen, kommt nun eben eine gewagtere Archivaufnahme heraus, die in wenig mehr als 30 Minuten von einem beständigen Rauschen umgeben ist, das sich offenbar nicht rausfiltern ließ und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nie für eine reguläre Veröffentlichung vorgesehen gewesen war. Da schon die „Purple-Rain“-DVD der Deluxe-Ausgabe nicht digital nachbehandelt wurde, scheint hier wohl jemand auf Gewinnmaximierung aus zu sein. Oder verbietet das Prince Estate gar solche Nachbehandlungen?

Man weiß es nicht. Die Folge ist jedenfalls, dass der Hörer nun in den Genuss von neun im Original belassenen, zum Teil skizzenartigen Aufnahmen kommt, die neben einem 90 Sekunden kurzen „Purple rain“-Abriss unter anderen das Joni-Mitchell-Cover „A case of you“ und das Traditional „Mary don´t you weep“ bieten. Dazu kommen mit „International lover“ vom „1999“-Album (10/1982) und „Strange relationship“, das später auf dem „Sign O‘ The Times“ (03/1987) erscheinen sollte, zwei bekannte Stücke in abgespeckten Pianoversionen, die Prince sowohl stimmlich, als auch spielerisch sehr virtuos, aber für den 08/15-Hörer auch gewöhnungsbedürftig glanzlos und rau zeigen.

Fazit: Mit „Piano & A Microphone 1983“ werden vornehmlich ausgewiesene Prince-Fans angesprochen und nicht der nach unentdeckten Hits gierende Gelegenheitshörer. Das hat sowohl seine Reize, als auch Schwächen. Denn das sehr hochpreisig angebotene Werk kommt über den Status eines besseren Demos nicht hinweg, welches zwar einen interessanten Einblick in das Schaffen des kleinen Prinzen liefert, aber keine wirklichen Höhepunkte biertet.

Anspieltipps:

  • 17 days
  • A case of you
  • Strange relationship
  • Cold coffee & cocaine
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