Interpol - Marauder - Cover
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Interpol Marauder


  • Label: Beggars/INDIGO
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Interpol-Alben erscheinen traditionell im August/September eines Jahres. Mit Sommer, Sonne und Ausgelassenheit hat die Musik allerdings traditionell genauso wenig zu tun.

Im Sommer des vergangenen Jahres wurde noch das zehnjährige Jubiläum des damals wie heute herausragenden „Our Love To Admire“-Albums (08/2017) gefeiert. Das kaschierte ein bisschen, dass der bis dato letzte Studio-Longplayer aus dem Hause Interpol, „El Pintor“ (09/2014), inzwischen vier Jahre auf dem Buckel hat und es so langsam Zeit für frische Musik der New Yorker wurde. Denn obwohl die Band bereits seit Oktober 2016 an neuen Songs arbeitete, wurde der Entstehungsprozess immer wieder durch Tour- und Promotion-Verpflichtungen unterbrochen. Doch inzwischen ist alles in trockenen Tüchern und „Marauder“ liegt frisch in den Plattenregalen.

Vorab gab es schon eine interessante Nachricht. Denn die im Laufe ihrer 20-jährigen Karriere zum Trio geschrumpfte Band, bestehend aus Paul Banks (Gesang, Gitarre), Daniel Kessler (Gitarre) und Sam Fogarino (Drums), hat ihren neuen Longplayer erstmals seit „Our Love To Admire“ wieder zusammen mit einem externen Produzenten eingespielt. Die Wahl fiel auf Dave Fridmann (u.a. MGMT, Tame Impala, The Flaming Lips, Mogwai) und dessen Tarbox Road in New York, wo die Aufnahmen von Dezember 2017 bis April 2018 stattfanden – inspiriert vom Sound und Elementen der 80er Jahre.

Mit der Affinität für die Achtziger bleiben Interpol ihren Wurzeln treu und leben diese in für sie so typischen Songs wie „The rover“, „Mountain child“ oder auch „Flight of fancy“ aus. Dazu rühren sie ihren speziellen, latent düsteren Wave-Sound wieder einmal zu einem atmosphärisch dichten Cocktail an, dem heuer allerdings die Brillanz der frühen Werke abgeht. Dazu fehlt den Songs nämlich die Langzeitwirkung, die der Hörer von Meisterwerken wie „Turn On The Bright Lights“ (08/2002) gewohnt ist. Und so ist es nach all der Lobhudelei der vergangenen Jahre wieder mal so weit, dass Interpol ein vergleichsweise schwaches Werk vorlegen, was bei dieser Band in der Tat sehr selten vorkommt.

Anspieltipps:

  • The rover
  • Stay in touch
  • Mountain child
  • If you really love nothing
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