Daughtry - Cage To Rattle - Cover
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Daughtry Cage To Rattle


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 38 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
3.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Daughtry anno 2018 steht für geschmacksfreie Pop-Grütze mit Alibi-Gitarren, die dermaßen belanglos ist, dass sich der Hörer dafür schämen muss.

„American Idol“-Teilnehmer Chris Daughtry (38) und seine Mannen Josh Steeley (Gitarre), Brian Craddock (Gitarre), Josh Paul (Bass), Elvio Fernandes (Keyboards) und Brandon Maclin (Drums) legen mit „Cage To Rattle“ das mittlerweile fünfte Studioalbum der ursprünglichen Casting-Band vor, die in den USA im Rock-Metier zu den absoluten Megasellern gehören, hierzulande aber noch nie den kommerziellen Vogel abgeschossen haben. Ein zwölfter Platz für „Leave This Town“ (07/2009) war bisher das Höchste der Gefühle. Alles, was danach kam, platzierte sich wesentlich schlechter und hielt sich nur kurze Zeit in den Charts.

Vielleicht läuft es ja mit dem neuen, von Jacquire King (Kings Of Leon, Modest Mouse, Cold War Kids, Norah Jones, Of Monsters And Men) produzierten Werk besser. Der Veröffentlichungstermin wurde jedenfalls sehr praktisch mitten im konkurrenzarmen Sommerloch platziert. Genau wie damals bei „Leave This Town“. Allerdings liegt das bis dato letzte Studioalbum „Baptized“ (11/2013) auch schon fast fünf Jahre zurück. Da kann durchaus die Frage aufkommen: „Wer oder was war noch mal Daughtry?“. Dabei lag die Band noch nicht mal auf der faulen Haut, sondern arbeitete von April 2016 bis Mai 2018 mit haufenweise externen Songwritern an den zehn Tracks, die sich ganz erheblich vom ursprünglichen Post-Grunge-Sound entfernt haben.

Welches Ziel Chris Daughtry mit Songschreibern wie Martin Frederiksen, Scott Stevens oder auch Dave Bassett verfolgt, wird leider schon nach kurzer Zeit klar. Die Songs und ihre Strukturen sind komplett rundgelutscht und erfüllen maximal den Tatbestand der Hintergrundbeschallung, für die der Hörer den Kopf nicht einschalten muss. Auf diese Weise plätschern Nichtigkeiten wie „Death of me“, „Gravity“ oder auch „Bad habits“ balladesk bzw. im Midtempo verharrend aus den Lautsprechern und liefern dabei nur einen einzigen positiven Nebenaspekt: Zum Glück ist der Spuk schon nach 38 Minuten vorüber.

Konnten sich Kritiker schon vor zehn Jahren köstlich über den gelackten Alternative-Rock der Amerikaner aufregen, ist nun endgültig das Ende der Fahnenstange erreicht. Chris Daughtry und Co. toben sich in schwachbrüstiger Popmusik mit Alibi-Gitarren aus, die dermaßen belanglos ist, dass man das Album nach dem „Hörgenuss“ zusammen mit den restlichen Daughtry-CDs ganz schnell in die hinterste Regalecke verfrachtet, so dass bloß niemand merkt, welch geschmacksfreie Grütze im Hause des Rezensenten angelandet wurde.

Anspieltipps:

  • As you are
  • Back in time
  • Stuff of legends
  • Just found heaven
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