MIK - New Room - Cover
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MIK New Room


  • Label: Commitment/Broken Silence
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

MIK bietet unverfänglichen Pop und Rock für viele Gelegenheiten an.

Schon den nachhaltigen, unpeinlichen Sommerhit für 2018 gefunden? Wie wäre es mit „A Sign Of Piece“ von MIK? Der optimistisch gestaltete Pop-Rocker überzeugt durch einen straffen, treibenden Rhythmus, eine feurige Gitarrenbegleitung, eine spannungsgeladene Melodie und einen Ohrwurm-Refrain. Das ist Pop, der auf seine zeitlose Art nie aus der Mode kommen wird, keinem aktuellen Trend nachjagt und auf sympathische Weise radiotauglich ist. Aus diesem Stoff sind Evergreens gemacht.

Bei MIK handelt es sich um den Musiker und Produzenten Michael Tanczos. Er war fünfzehn Jahre lang der Vordenker der Band Zeronic, die zwischen 2001 und 2012 vier Alben veröffentlichte. „New Room“ ist jetzt das erste Solo-Werk des Künstlers aus Österreich, mit dem er sich eine frische künstlerische Perspektive erschaffen möchte.

Pathetisch und bedächtig geht es nach dem hitverdächtigen Opener mit „Parade“ weiter, was bewusst für Kontraste sorgt. Mit „Leave It All Behind“ kommt danach ein Pop-Song im Rock-Gewand zum Zuge. Krachende Gitarren-Akkorde treffen auf milde und quirlige Keyboards sowie einen engagierten, aber beherrschten Gesang. „Brother“ sorgt für eine vertrauenserweckende, heimelige, zugängliche Stimmung, während „Stones“ durch schrammelnde Gitarren und trabende Drums zum Tanzen einlädt. Komplette Kehrtwende dann beim nachdenklichen, sakral-bedächtigen „Diamonds“. „Moon“ stellt die romantische Pop-Seite von MIK in den Vordergrund und „Adore“ übertreibt es mit dem Schmachten und dem wolkigen Weichspülen, so dass der Titel auch ins Pop-Rock-Niemandsland von Sunrise Avenue passen würde. Auch „Where Did It All Go Wrong“ folgt diesem Mainstream-Irrweg.

Mit „Dirty“ zeigt MIK wieder, dass er grundsätzlich auch ernsthafte Songs mit einem gewissen Tiefgang verfassen kann. Leider wird es im Verlauf sehr theatralisch. Bei „Disappear“ klappt das wesentlich besser. Der Track kommt mit weniger Pomp aus und überzeugt durch Intimität und Umsicht. MIK ist ein Allrounder, der sowohl bei langsamen wie auch bei rockigeren Nummern bestehen kann. In seinem Repertoire gibt es keine Experimente, sondern ausschließlich ordentliche Handarbeit. Seine Songs taugen deshalb für einen lauen Sommerabend auf der Terrasse genauso wie als Untermalung in der Kneipe beim Bier. Nach vielversprechendem, frischem Beginn schleichen sich leider auch ein paar weniger engagiert konzipierte Lieder ein. Insgesamt ist „New Room“ aber eine solide Angelegenheit mit Luft nach oben geworden.

Anspieltipps:

  • A Sign Of Piece
  • Leave It All Behind
  • Stones
  • Diamonds
  • Disappear

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