Tony Joe White - Bad Mouthin´ - Cover
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Tony Joe White Bad Mouthin´


  • Label: Yep Roc/CARGO
  • Laufzeit: 50 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf „Bad Mouthin‘“ regiert eine selbst für Bluesverhältnisse unglaubliche Eintönigkeit.

Er schrieb Hits für Tina Turner, Elvis Presley und Tom Jones machten seine Songs zu Hits und auch Bluesgrößen wie Rory Gallagher und Joe Bonamassa interpretierten seine Lieder. Tony Joe White, mittlerweile 75 Jahre alt, veröffentlicht dieser Tage sein neues Album. „Bad Mouthin‘“ erscheint zwei Jahre nach „Rain Crow“ und konzentriert sich auf die Wurzeln des Südstaatlers. Ein Gemisch aus Blues und Swamprock, mit eigenen Songs und Coverversionen von klassischen Bluestracks.

Der Titelsong eröffnet das Album sehr, sehr entspannt mit sanftem Schlagzeug, sonorer Stimme und gelegentlicher Bluesharp. Anschließend ertönt das oft gecoverte „Baby Please Don’t Go“ in eher selten gehörtem akustischem Gewand. Eine akustische Gitarre, Fußstampfen, ein bisschen Mundharmonika und die immer monotoner werdende Stimme. Mehr gibt es nicht zu hören, mehr braucht es vielleicht auch nicht. Tony Joe White versucht einen Klang zu reproduzieren, wie er in den Fünfziger Jahren zu hören war, dazu gehört auch ein ständiges Rauschen im Hintergrund, das heutzutage allerdings eher von schlechter Aufnahmequalität zeugt.

Mit „Cool Town Woman“ geht es weiter und man könnte meinen das vorherige „Baby Please Don’t Go“ sei nur kurz unterbrochen worden, denn es geht fast identisch weiter. Leider geht Whites monotone Stimme und sein Sprechgesang langsam aber sicher auf die Nerven. Er flüstert teilweise ins Mikrofon, allerdings konnten das die Urväter des Blues deutlich überzeugender. John Lee Hooker zum Beispiel. Dessen Klassiker „Boom Boom“ bringt White als schleppenden Swamprocker, die auch hier vorzufindende Eintönigkeit lässt den sonst so zackigen Bluesrocker aber ziemlich langweilig erscheinen.

Und so wechselt Tony Joe White zwischen Akustik und E-Gitarre, spricht währenddessen ins Mikro und wundert sich warum er und der Hörer beinahe einschlafen. Alles auf „Bad Mouthin“ klingt leider uninspiriert und gelangweilt. Die Idee ein Bluesalbum im Stile der Fünfziger oder frühen Sechziger zu machen ist zwar an sich nicht schlecht, aber dem Amerikaner fehlt die nötige Abwechslung, das nötige Charisma in der Stimme, um die Geschichten, die er erzählen will spannend rüberzubringen. Ebenso wäre es besser gewesen, sich heutige Aufnahmetechniken zu Nutze zu machen, statt krampfhaft zu versuchen „Bad Mouthin‘“ so klingen zu lassen, als wäre es 1960 entstanden.

Anspieltipps:

  • Bad Mouthin’
  • Rich Woman Blues

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