OK KID - Sensation - Cover
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OK KID Sensation


  • Label: Four Music/Sony Music
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein angenehm hörbares Album, das sich im Deutsch-Pop-Genre ein eigenes Plätzchen gesucht und gefunden hat.

Die seit dem Jahr 2012 unter dem Namen OK KID an den Start gehenden Wahl-Kölner Jonas Schubert, Moritz Rech und Raffael Kühle legen mit „Sensation“ ihren mittlerweile dritten Longplayer vor, auf dem sie ihre Entwicklung vom ursprünglichen HipHop- zum klassischen Pop-Act weiter vorantreiben und trotz des Top-10-Erfolgs von „Zwei“ (04/2016) zusätzlich an ein paar Stellenschrauben gedreht haben. Denn nachdem die ersten beiden Alben noch von Sven Ludwig produziert wurden, haben sich OK KID für „Sensation“ Tim Tautorat (u.a. Olli Schulz, Turbostaat, Anti-Flag, The Kooks, AnnenMayKantereit, Herbert Grönemeyer) ins Boot geholt.

Ein Auslöser für diese Entscheidung war, dass die Band ihr Schaffen der Vergangenheit zwar nicht schlecht, aber als durchaus noch ausbaufähig empfand. Schließlich sollte sich auf Dauer keine Langweile einschlichen. Darüber hinaus trennten sich OK KID von ihrem Management und legten als Marschroute für ihren neuen Longplayer fest, dass sich die Band politisch noch deutlicher positionieren will. Dazu zog sich das Trio Anfang 2018 für zehn Tage in ein Songwriting-Asyl im brandenburgischen Lychen zurück, wo es ablenkungsfrei an neuen Songs arbeitete.

Als Ergebnis präsentieren OK KID nun elf Stücke, die mit einer Mischung aus retro-organischen Gitarre/Bass-Schlagzeug-Klängen, 80er-Jahre-Synthies und flauschigen Keyboard-Tönen daherkommen und damit in Bezug auf Sound und Abwechslung für einen gewissen Wiedererkennungswert stehen. Die angekündigte politische Breitseite in den Texten bleibt zwar weitgehend aus und auch musikalisch leisten OK KID keine ausgewiesenen Heldentaten ab. Doch das wirkt sich nicht nachhaltig schlecht aus.

Denn mit nett erzählten Kindheitserinnerungen („1996“), atmosphärischen Apokalypse-Szenarien („Wolke“), hübschen Pop-Balladen („Sensation“), albernen HipHop-Tracks („Pattaya“) und straighten, scheinbar direkt aus den Achtzigern kommenden Synthie-Popsongs („Reparieren“) ist „Sensation“ ein angenehm hörbares Album geworden, das sich im Deutsch-Pop-Genre ein eigenes Plätzchen gesucht und gefunden hat.

Anspieltipps:

  • 1996
  • Wolke
  • Lügenhits
  • Warten auf den starken Mann
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