Uriah Heep - Living The Dream - Cover
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Uriah Heep Living The Dream


  • Label: Frontiers Records
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
8/10 Leserwertung Stimme ab!

Uriah Heep legen ein astreines Deep-Purple-Album vor.

Vor 47 Jahren wurde „Lady In Black“ veröffentlicht, ein Jahr später folgte „Easy Livin‘“. In ihrer fast 50-jährigen Karriere veröffentlichten Uriah Heep, trotz etlicher Besetzungswechsel, 24 Studio-Alben und gerade die letzten drei „Wake The Sleeper“, „Into The Wild“ und „Outsider“ zeigten eine Band, der es wichtig ist auch heutzutage noch relevant zu sein und mit neuer Musik auftrumpfen zu können. Trotzdem werden die Engländer weitgehend auf diese zwei ausgelutschten und totgenudelten Songs reduziert, dabei könnte gerade das Rock-Radio doch auch mal einen neuen Song spielen. Diese zwei kann doch eigentlich eh niemand mehr hören, selbst die Band nicht.

Mit ihrem 25. Album „Living The Dream“ untermauern Uriah Heep einmal mehr, dass sie nicht müde werden neue Musik zu kreieren und diese als gleichwertig zu ihrem alten Material zu betrachten. Und recht haben sie. Der Opener „Grazed By Heaven“ macht deutlich wohin die Reise geht. Gitarrist Mick Box und Sänger Bernie Shaw führen eine Band an, die mittlerweile mehr nach Deep Purple klingt, als Deep Purple selbst. Knackig, leicht progressiv, Riffs von Orgel und Gitarre unisono gespielt und eine Stimme, die erstaunlich oft an Ian Gillan erinnert. Im Vergleich zum letzten Purple-Album klingt hier allerdings nichts altbacken und irgendwie kraftlos. „Knocking At My Door“ bedient sich nicht nur beim Titel an der schon genannten Band und wartet mit coolem Gitarrensolo auf, das über achtminütige „Rocks In The Road“ beginnt als flotter Speedrocker, biegt dann ab in progressiv-balladeske Gefilde, bevor sich die Band zuerst groovend und dann immer weiter auftürmend zum Finale aufschwingt. Vielleicht etwas zu sehr in die Länge gezogen, im Gegensatz zum Titelsong klappt das hier allerdings sehr gut.

In „Living The Dream“, das die melodische Seite von Blue Öyster Cult in den Sound integriert, dient das gefühlt minutenlange Orgelgedudel am Ende nämlich nur dem Selbstzweck und bringt den Song in keiner Weise weiter, hat im Gegenteil eher einen negativen Einfluss auf den Gesamteindruck. „It’s All Been Said“ kommt progressiv daher, „Waters Flowin“ eher balladesk, „Goodbye To Innocence“ ist dann ein treibender Rocksong, der kurz und knapp wieder etwas Luft zum Atmen in das Album bringt. Ein weiterer Vorteil gegenüber ihren Kollegen ist der Sound. Als Produzenten konnte die Band Jay Ruston verpflichten, der schon Steel Panther und den Winery Dogs zu einem fetten Sound verholfen hat. Uriah Heep lässt er zwar modern klingen, gleichzeitig aber auch nicht zu sehr entfernt vom klassischen Sound der Siebziger. Fans der letzten Alben sollten unbedingt ein Ohr riskieren, wer nur die eingangs genannten Songs kennt, wird womöglich überrascht sein.

Anspieltipps:

  • Grazed By Heaven
  • Rocks In The Road
  • Goodbye To Innocence

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Living The Dream
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