Death Cab For Cutie - Thank You For Today  - Cover
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Death Cab For Cutie Thank You For Today


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 38 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Thank Your For Today“ liefern Death Cab For Cutie ein Indie-Rock-Album aus einem Guss.

In ihrem Heimatland haben es Death Cab For Cutie mittlerweile geschafft. Gold- und Platin-Alben, Top-Ten-Platzierungen und Headliner-Spots auf großen Festivals. Seit ihrem letzten Album „Kintsugi“ (03/2015), welches bei Kritikern und Fans gleichermaßen gut ankam, hat sich einiges im Camp getan. Der Ausstieg von Gitarrist Chris Walla war schon vor der Veröffentlichung beschlossene Sache, sodass er für das neue Album schon nicht mehr zu Verfügung stand. Kompensiert wird die Trennung mit den Neuzugängen Dave Depper und Zac Rae, die sich die Gitarristen- und Keyboarder-Position teilen. „Thank You For Today“ ist das erste Album mit den beiden Neuen, nachdem sie ihr Aufnahmedebüt bei der 2016 erschienenen Single „Million Dollar Loan“ gaben. Produziert wurde das Ganze, wie schon zuletzt, von Rich Costey (u.a. Muse, Frank Turner).

Eröffnet wird das Werk, wie man es von Death Cab For Cutie erwartet. „I Dreamt We Spoke Again“ bietet melodieverliebten, schwelgerischen Indie-Rock, der sich in den Gitarrenlinien bei The Cure bedient. Darüber singt Ben Gibbard bedeutungsschwangere Zeilen wie „I dreamt we spoke, I dreamt we spoke again, but when I awoke, when I awoke I could not remember“, die viel und auch wieder nichts aussagen. Im folgenden „Summer Years“ klingt die Band wie eine poppige Version der War On Drugs mit an Filmscore erinnernden Gitarrenspuren am Ende.

In der Folge spielen sich die Amerikaner beeindruckend durch jegliche Form des Indie-Rock. „Gold Rush“ erinnert an die süßlichen Gesänge von Nada Surf, „Your Hurricane“ ist eine melancholische, eingängige Nummer, „Autumn Love“ klingt gleichzeitig träumerisch verspielt und kalt distanziert. Ben Gibbards lethargischen Gesang muss man natürlich mögen, interessanterweise klingt er ziemlich oft nach Nils Lofgren, der unter anderem durch seine Arbeit mit Bruce Springsteen oder Neil Young bekannt ist.

Die richtigen Highlights des Albums verbergen sich allerdings in der zweiten Hälfte des Albums. In „Northern Lights“ vermischt die Band ihren eigenen Sound mit dem der ganz frühen U2 und werden im Background von Chvrches-Sängerin Lauren Mayberry unterstützt, „Near/Far“ beginnt dagegen wie ein Tom-Petty-Song, durchsetzt mit klassischen Indie-Rock-Einsprengseln.

Dass Songs wie „When We Drive“ oder „You Moved Away“ eher nichtssagend dahinplätschern, sei den Jungs verziehen. Denn auch diese Stücke stören den Fluss des Albums in keiner Weise, das mit 38 Minuten kurz und knapp gehalten und größtenteils auf den Punkt eingespielt ist.

Anspieltipps:

  • I Dreamt We Spoke Again
  • Your Hurricane
  • Northern Lights
  • Near/Far

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