Kodaline - Politics Of Living - Cover
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Kodaline Politics Of Living


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 44 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
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Durch zig Songwriter- und Produzenten-Hände geglittener, auf Hochglanz getrimmter Mainstream-Pop ohne Seele.

Kodaline ist eine im Jahr 2005 ursprünglich unter dem Namen 21 Demands gegründete Band aus Dublin, die 2013 ihr Debütalbum „In A Perfect World“ vorgelegt hat und damit auf Anhieb die Top 3 der UK-Charts knacken konnte. Ähnlich erfolgreich war auch der Nachfolger „Coming Up For Air“ (02/2015), der wie schon das Debüt mit einer Gold-Auszeichnung geehrt wurde und vier Singleauskopplungen abwarf. Fürwahr kein schlechter Karrierestart für eine junge Band, die schon heute Vergleiche mit U2, Coldplay und Muse für sich verbuchen kann.

Nun legen Steve Garrigan (Gesang), Mark Prendergast (Gitarre), Jason Boland (Bass) und Vinny May (Drums) endlich ihr mehrfach verschobenes Drittwerk „Politics Of Living“ vor, an dem die Iren mit zahlreichen hochdekorierten Studiohelfern wie Jonny Coffer (Beyoncé, Rita Ora), Johnny McDaid (Robbie Williams, Snow Patrol), Spike Stent (Depeche Mode, Harry Styles), Steve Harris (Kaiser Chiefs, Santana), Steve Mac (Ed Sheeran, Tom Walker) und Jonas Jeberg (Kylie Minogue, Jason Derulo) gearbeitet haben. Wie schön, wenn man bei einem Majorlabel unter Vertrag steht und sich so eine Armada leisten kann.

Der Nachteil einer solch extremen externen Beteiligung äußerst sich meistens darin, dass Alben dieser Art wie ein Gemischtwarenladen des Mainstream-Pop klingen und jegliche künstlerische Eigenständigkeit vermissen lassen. Auch Kodaline können sich von diesem Fluch nicht distanzieren und landen mit Songs wie „Hide and seek“, „Worth it“ oder auch „Shed a tear“ im beliebigen Einheitsbrei, der zwar nicht wehtut, aber gesichtslos ist. So bleiben sympathische Stücke wie „Head held high“, „Temple bar“ bzw. „I wouldn’t be“ die Ausnahmen, während sich das Gros des Longplayers als auf Hochglanz getrimmter Mainstream-Pop ohne Seele herausstellt, der durch zig Songwriter- und Produzenten-Hände geglitten ist.

So klingen die Ergebnisse wie zusammengepuzzelte Versatzstücke aus dem Fundus von Maroon 5, Ed Sheeran, Take That oder auch Eminem (!), aber nicht nach Kodaline, die mit „Coming Up For Air“ noch einen richtigen Volltreffer gelandet hatten und sich nun völlig ohne Not im musikalischen Niemandsland wiederfinden, sodass Kodaline im abschließenden Song „Temple bar“, einem der drei besten des Albums, zurecht fragen: „Where did it all go wrong?“.

Anspieltipps:

  • Born again
  • Temple bar
  • I wouldn’t be
  • Head held high
  • Hell froze over
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