Pram - Across The Meridian - Cover
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Pram Across The Meridian


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Pram melden sich gewohnt verkopft mit „warum einfach, wenn es auch kompliziert geht“-Pop zurück. Das Ergebnis ist dem britischen Wetter getreu durchwachsen.

Packt die Samples aus und übt euch in Bossa-Nova-Rhythmen mit World-Musik-Einschlag: Pram sind zurück. Was als Opener mit Bläsern, Bossa-Nova und Filmmusik für einen Epochenfilm im alten Ägypten noch hektisch, aber phantasievoll erscheint, ufert auf „Across The Meridian“ in Chaos aus. Da helfen keine Jazz-Elemente und auch ein paar ansprechende Soli wenig, wenn Lieder wie „Wave Of Translation“ sich in repetitiver Unruhe verlieren.

Ähnlich wie einige neuere Gorillaz-Stücke zeichnen sich Pram mit verrückten Ideen aus, die Teil relativ zielloser Pop-Songs sind. Wenn in „Shadow Of Twilight“ die Blockflöte einsetzt, fragen Hörer warum, statt zu fühlen, dass der Einsatz das Lied erweitert. Wäre „Across The Meridian“ eine Safari, ließe sich auf ihr viel sehen, aber wenig entdecken. Eine Jam-Session à la „The Midnight Room“ ist nett, aber eben auch nicht mehr. Songs mit Retro-Attitüde wie „Footprint Towards Zero“ ködern mit innovativ erscheinendem Klang, doch bieten im Endeffekt wenig, was zu einer Rückkehr bewegt. Die Band nimmt auf ihrer Scheibe kein Momentum auf und lädt das unliebsame Wörtchen „plätschern“ ein.

Pram toben sich aus, aber wissen zumindest diesmal nicht, wie sie diese Energie bündeln sollen. Hier und da verstecken sich angenehme Pop-Songs wie in „Mayfly“ hinter unnötigen Fassaden. Im besten Fall kann „Across The Meridian“ als äußerst spezieller Soundtrack für einen äußerst speziellen Film. Ohne weiteren Input kommt der Film im Kopf allerdings kaum zustande. Da lässt sich etwas von Horror erahnen, aber vielleicht ist es auch nur eine exzentrische Dinnerparty. So bleiben Hörer im Dunkeln und die Unterhaltung hält sich in überschaubaren Grenzen.

Anspieltipps:

  • Shimmer And Disappear
  • The Midnight Room
  • Mayfly

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