U.D.O. - Steelfactory - Cover
Große Ansicht

U.D.O. Steelfactory


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 68 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach der Tour mit Accept-Klassikern, knüpft U.D.O. auch mit seiner Hauptband an frühere Zeiten an.

In den letzten Jahren beschäftigte sich Udo Dirkschneider verstärkt mit seiner Vergangenheit bei den deutschen Metal-Ikonen von Accept. Eine Tournee unter dem Banner „Dirkschneider“ ließ die Hits dieser Gruppe hochleben und wurde ein großer Erfolg. Intention des Ganzen war allerdings, ab sofort die alten Accept-Nummern aus dem U.D.O.-Programm zu streichen, Dirkschneider will mit seiner Vergangenheit abschließen.

Jedoch macht schon das erste Drittel des neuen Albums „Steelfactory“, dem ersten in dieser Formation seit „Decadent“ (01/2015), deutlich, dass diese Tour auch im Songwriting ihre Spuren hinterlassen hat. So tönt der flotte Opener „Tongue Reaper“ zwar noch eher nach Judas Priest, sind die folgenden Songs allesamt Variationen der Accept-Rezeptur. Am deutlichsten wird dies bei „Make The Move“, bei dem sich Udos Ex-Band klar heraushören lässt. Das Stück kommt groovend und mit simplen, aber effektiven Riffs ausgestattet daher und auch Mr. Dirkschneider ist stimmlich nicht weit weg von den Klassiker-Alben aus den 1980er Jahren, wenn man auch zugeben muss, dass vor allem im Refrain vieles mit fetten Chören überlagert wird.

„Keeper Of My Soul“ ist ein schleppender Brecher mit leicht orientalischen Farbtupfern, die man auch bei „Raise The Game“ heraushört. Beide Tracks könnten ohne zu zögern auch auf von Wolf Hoffmann und Co. stammen. Dagegen ist „In The Heat Of The Night“ etwas kommerzieller geraten und erinnert ausgerechnet an Accepts Dirkschneider-freie Zeit Ende der 80er Jahre. „The Devil Is An Angel“ überzeugt mit coolem Hardrock-Riffing, „Hungry And Angry“ groovt mit rollendem Bass in AC/DC-Manier, „A Bite Of Evil“ kreuz die Australier mit Judas Priest, bevor „Eraser“ mit flottem Tempo wieder zum Opener aufschließt. Mit „The Way“ beendet eine Powerballad, die vielleicht etwas zu schmalzig geraten ist, das Album dennoch standesgemäß.

So weit, so gut. Doch bei allem Positiven muss auch angemerkt werden, dass Songs wie „Blood On Fire“, die nichtssagende Uptemponummer „Rising High“ oder durchschnittliche Metal-Kost wie „One Heart One Soul“, mit Maiden-Gedächtnismelodie, deutlich abfallen. Ihnen fehlt das gewisse Etwas, das zum Beispiel die Kompositionen von Hoffmann und Baltes ausmacht. Trotzdem gelingt U.D.O. mit „Steelfactory“ eine Überraschung. Denn wem die letzten Accept-Alben gefallen haben, kann auch hier ohne Bedenken zuschlagen.

Udo Dirkschneider hatte einen maßgeblichen Anteil am klassischen Sound der Solinger Metal-Veteranen, was er auf seinem neuen Album untermauert. Es sind ihm seine inzwischen 66 Jahre zwar ganz leicht anzuhören, trotzdem klingt er motiviert wie schon lange nicht. Produziert wurde „Steelfactory“ übrigens von Jacob Hansen, der unter anderem Volbeat unter die Arme greift.

Anspieltipps:

  • Make The Move
  • The Devil Is An Angel
  • Hungry And Angry
  • A Bite Of Evil

Neue Kritiken im Genre „Heavy Metal“
Diskutiere über „U.D.O.“
comments powered by Disqus