Tom Odell - Jubilee Road - Cover
Große Ansicht

Tom Odell Jubilee Road


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 47 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Piano-Pop-Album im Stil der 70er Jahre und Songwritern wie Elton John und Billy Joel.

Nach 1,8 Millionen verkauften Tonträgern ist der britische Sänger und Songschreiber Tom Odell in einer Position, wo er machen kann was er will. Zum Beispiel auf einen externen Produzenten zu verzichten, der dem Künstler im Auftrag der Plattenfirma hippe Sounds und anderen pseudo-modernen Quatsch reinreden soll. Stattdessen nimmt man das Heft lieber alleine in die Hand und verlässt sich lediglich auf eine eingeschworene Clique von Kollaborateuren. So war es jedenfalls bei Tom Odell (27), der sich für seinen dritten Longplayer fast im Alleingang kümmerte.

So übernahm er für „Jubilee Road“ neben Songwriting, Produktion und Gesang auch die Bläser- und Piano-Parts und vertraute daneben auf seine Musikerkumpels Max Geoff (Bass), Max Clilverd (Gitarre) und Andy Burrows (Drums) sowie auf den Produzenten und Toningenieur Ben Baptie (The Voidz, Ray LaMontagne, Mark Ronson, London Grammar, Lady Gaga, U2). Neu war dabei auch, dass Tom Odell nicht wie früher 60 Songs geschrieben hat, um daraus ein Album zu basteln, sondern diesmal mit noch nicht einmal zwei Dutzend Stücke auskam.

Diese wurden im Wohnzimmer eines Reihenhauses im Osten Londons sowie in den East West, Strongroom, Kensaltown und Livingston 1 Studios aufgenommen und am Ende im Sear Sound Studio New York fertiggestellt. Dabei war dem 27-Jährigen eines ganz besonders wichtig: Weil ihm in der Vergangenheit so oft davon abgeraten wurde, stellt Tom Odell nun auf dem nach der fiktiven „Jubilee Road“ benannten Werk sein Lieblingsinstrument und damit auch das seiner Vorbilder Elton John und Billy Joel ganz bewusst ins Zentrum und baute die Songs quasi darum herum.

Durch das fehlende Produktionsbrimborium rücken Songwriting und Instrumentierung viel stärker in den Fokus und weisen „Jubilee Road“ als ein Album aus, das sich voll und ganz dem klassischen Songwriter-Pop im Stil der späten 70er Jahre widmet. Odell verzichtet dabei zwar nicht auf Dicke-Hose-Elemente wie Gospel-Chöre und feurige Bläserriffs („You’re gonna break my heart tonight“), versteht es aber, Herz und Verve in die Songs zu legen, die dadurch immer ehrlich und sympathisch klingen, auch wenn sie mal nicht vor Einfallsreichtum sprühen. Dennoch ist „Jubilee Road“ unterm Strich ein angenehm unaufgeregtes Piano-Pop-Album geworden, das Tom Odell wieder auf den Kurs seines gelungenen Debütalbums zurückbringt.

Anspieltipps:

  • Wedding day
  • Queen of diamonds
  • Don’t belong in Hollywood
  • If you wanna love somebody
  • You’re gonna break my heart tonight
Neue Kritiken im Genre „Songwriter-Pop“
7.5/10

Woman Of The World: The Best Of 2007-2018
  • 2018    
Diskutiere über „Tom Odell“
comments powered by Disqus