Plain White T´s - Parallel Universe - Cover
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Plain White T´s Parallel Universe


  • Label: Fearless Records
  • Laufzeit: 52 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Welcher Spleen ist denn in die Plain White T’s gefahren? Die einstiegen Indie-Ikonen befinden sich auf „Parallel Universe“ im Disco- und Elektro-Rausch.

Die Plain White T’s aus Lombard, Illinois, sind mit ihrem achten Studioalbum „Parallel Universe“ zu ihrem ursprünglichen Label Fearless Records zurückgekehrt, auf dem sie ihre Karriere vor fast 20 Jahren begannen und das sie nach ihrem Welthit „Hey there Delilah“ (05/2006) in Richtung Major-Industrie verließen. Dort konnte die Band ihren kommerziellen Erfolg allerdings nicht nachhaltig untermauern, sodass sie mit dem „American Nights“-Album (05/2015) wieder in den Schoß eines Indie-Labels (Megaforce Records) zurückkehrten.

Mit ihrem Status als Band können Tom Higgenson (Gesang), Dave Tririo (Gitarre), Mike Retondo (Bass), Tim Lopez (Gitarre) und De’Mar Hamilton (Drums) nach Millionen verkaufter Tonträger und zwei Grammy-Nominierungen dennoch zufrieden sein, wie Sänger Tom Higgenson bestätigt: „To be honest, this is the first record where we were like, fuck whatever we were or people might think we are. This is what we love right now. We didn’t have to compete with anybody but ourselves. We just decided to make the best music we possibly could“.

Das vergangene Jahr stand ganz im Zeichen des Schreibens und der Aufnahme von neuen Songs, die in verschiedenen Sessions in Nashville und Malibu zusammen mit den professionellen Songschreibern Chris Tompkins (Carrie Underwood, Daughtry, Tim McGraw, Rascal Flatts) und Country-Experte Brandon Day (Big & Rich) stattfanden. Das Ergebnis sind 14 Tracks, die von Matt Squire (Ariana Grande, Panic! At The Disco, One Direction, All Time Low, Good Charlotte, Selena Gomez, Sum 41, Demi Lovato) produziert wurden und dem Markenzeichen des Plain-White-T’s-Sounds – tolle Refrains zu schreiben – weitgehend treugeblieben sind.

Eine Entwicklung hat trotzdem stattgefunden. Und diese wird nicht jedem Fan gefallen. Denn die Plain White T’s haben ihren Indie-Sound einmal auf links gedreht und den Gitarrenanteil zugunsten poppiger Keyboard- und Elektroklänge fast auf null gedreht. Angesichts von Songs wie „Call me“, „Sick of love“ oder auch „Top of the world“ glitzert und blitzt nun die Disco-Kugel, während Mr. Higgenson in einen Säuselmodus verfällt, der auf Dauer nur schwer verdaulich ist. Das Ganze lässt sich gefahrlos in Richtung Elektro-Pop justieren. Und wenn nicht, dann liefert das Quintett windschiefe Balladen ab, die an Justin Bieber erinnern („Your body“). Schön ist das wirklich nicht.

Und leider wird es auch nicht mehr besser. Denn wäre wenigstens das Songwriting auf einem akzeptablen Niveau, wäre der Disco- und Elektroausflug der Amerikaner noch einigermaßen verträglich. Doch so reiht sich ein 08/15-Stück an das nächste, bis der Spuk nach knapp 50 Minuten vorbei ist – und zwar hoffentlich für immer!

Anspieltipps:

  • Bury me
  • No tears
  • No imitations
  • End of the world
  • I should be dead right now
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