Joe Bonamassa - Redemption - Cover
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Joe Bonamassa Redemption


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 65 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Sieht man über nervige Querverweise zu Led Zeppelin hinweg, liefert Joe Bonamassa wieder ein gutes und abwechslungsreiches Bluesrockalbum.

Während Joe Bonamassa an der Livefront immer noch umtriebig ist wie eh und je und zu jeder Tour ein Livedokument veröffentlicht, nimmt sich der Amerikaner für seine Studioalben mittlerweile mehr Zeit. Das letzte Solostudioalbum „Blues Of Desperation“ vereinte den Hardrock der Siebziger Jahre sehr geschickt mit dem gewohnten Blues Bonamassas und ist eines der besten Studioalben des mittlerweile 41-jährigen. Zweieinhalb Jahre nach diesem Kracher erscheint nun mit „Redemption“ das neue Album, wie gewohnt produziert und überwacht von Kevin Shirley.

Eröffnet wird das Album mit einem Schlagzeug-Intro von Anton Fig, das nicht nur an Led Zeppelins „Rock And Roll“ erinnert, sondern geklaut ist. Ein kleiner Gag, der allerdings nicht aufgeht, denn einerseits passt das Intro überhaupt nicht zum folgenden Song, andererseits setzt sich hier eine immer nerviger werdende Odyssee durch Querverweise und Zitate aus dem Fundus von Led Zeppelin fort, die spätestens mit dem ersten Black-Country-Communion-Album begann. „Evil Mama“ ist eigentlich ein angefunkter, flotter Blues, der, mit Bläsern angereichert, durchaus zu überraschen weiß.

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Nur der lange Instrumentalteil erinnert entfernt an das bleierne Luftschiff, dessen Riffs in „Molly O‘“ gleich mit „Mountain Climbing“ von Bonamassa selbst vermischt werden. Dafür trumpft der Gitarrist mit einem furiosen Solo auf. Auch der Titelsong kommt nicht ohne Verweise aus und verwendet eines der „Kashmir“-angehauchten Riffs, die immer dann eingesetzt werden, wenn einem nichts anderes einfällt. Zugegebenermaßen geht es hier sogar auf und bildet einen netten Kontrast zum Akustik-Slide-Riff, dem stampfenden Beat und stadiontauglichen Refrain.

Stören einen diese teilweise dreisten und uninspirierten Zitate nicht, bekommt man ein erneut gutes Bluesrockalbum geboten. Da gibt es klassischen Blues („Just Cos You Can…“), lässig groovendes („I’ve Got Some Mind Over Whar Matters“), Countryrock samt Rockabilly-Anleihen bei dem Brian Setzer grüßen lässt („King Bee Shakedown“) oder Southern Rock („Deep In The Blues“). Die typische Bluesballade „Self-Inflicted Wounds“ hat Bonamassa schon mal besser hingekriegt, dafür überrascht das gänzlich akustische „Stronger Now In Broken Places“ und auch das treibende Duett mit Jamey Johnson „The Ghost Of Macon Jones“ überzeugt. Im direkten Vergleich zum Vorgänger ist „Redemption“ trotzdem schwächer, auch wenn man einen Totalausfall nicht findet. Dafür aber den ein oder anderen nur soliden Song und die schon erwähnten, mit der Zeit etwas nervigen Led-Zeppelin-Verweise. Trotzdem ist Joe Bonamassa wieder ein gutes Album gelungen.

Anspieltipps:

  • King Bee Shakedown
  • Deep In The Blues
  • The Ghost Of Macon Jones

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