Per Gessle - Small Town Talk - Cover
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Per Gessle Small Town Talk


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Per Gessle (Roxette) goes Nashville mit schwedischer Melodietradition und modernem Americana.

Ü40-Pop-Fans kennen Per Gessle (59) seit mehr als drei Dekaden als Sänger, Gitarrist und Songschreiber der schwedischen Band Roxette, die er zusammen mit Gründungspartnerin Marie Fredriksson (60) und Hits wie „The look“, „Dangerous“, „Joyride“ oder auch „How do you do“ (um nur ein paar wenige zu nennen) zu einem der größten Acts der Welt gemacht hat. Damit sollte ein Künstler in der Regel ausgelastet sein. Doch nicht Herr Gessle! Denn was außerhalb des Roxette-Kosmos nur den beinharten Fans bekannt sein dürfte, ist das umfangreiche Solo-Schaffen des gebürtig aus Halmstad stammenden Musikers, der seit 1983 eine erstaunliche Anzahl an Soloalben auf den Markt gebracht hat, die außerhalb Schwedens zwar nicht mit den Erfolgen Roxettes gleichzusetzen sind, aber freilich auch dort Anhänger gefunden haben.

Allein im vergangenen Jahr beglückte Gessle seine Fans mit drei Veröffentlichungen im Zeitraum von acht Monaten („En Vacker Natt“, „En Vacker Dag“ und „En Vacker Kväll“), den er nun schon das nächste Projekt folgen lässt: „Small Town Talk“. Dieses reicht in seiner Entstehung bis in das Jahr 2016 zurück, als Per Gessle sich mit einem Bündel Demos und seinen langjährigen Musikerkollegen Christoffer Lundqvist (Gitarre, Keyboards, Gesang), Clarence Ofwerman (Keyboards), Anders Herrlin (Bass) und Helena Josefsson (Gesang) in die Blackbird Studios im amerikanischen Nashville aufmachte, um dort den Geist der Musik-Kultstadt Nashville mit seinen Songideen in Einklang zu bringen.

Zusammen mit lokalen Szenegrößen wie Dan Dugmore (Pedal Steel Gitarre, Dobro), Mickey Raphael (Mundharmonika), Stuart Duncan (Violine), Elizabeth Goodfellow (Drums, Percussion) sowie Jessica S. und Savannah Church (Gesang), die sich ganz bewusst auch in die Arrangements und Produktion einbringen sollten, plus dem Duett-Gaststar Nick Lowe, entstanden auf diese Weise 13 Songs, die Per Gessle von einer ganz neuen musikalischen Seite zeigen. Denn der Schwede schafft es tatsächlich, seine allzeit prägnanten Melodien in einen dezenten, authentisch instrumentierten Americana-Pop-Anzug zu stecken.

Dabei stellt sich insbesondere das Zusammenspiel zwischen Violine, Pedal Steel Gitarre, Dobro und dem wechselnden Gesang von Helena Josefsson („Fort he first time“) bzw. Savannah Church („Far too close“) und Per Gessle als entscheidendes Merkmal heraus, mit dem sich die Kunst des 59-Jährigen, simpel-eingängige Hooks zu schreiben, auf angenehme Weise mit dem ungewohnten Nashville-Einfluss verbindet. Das macht Spaß, funktioniert aber leider nicht durchgängig. Denn in der zweiten Albumhälfte lässt der Esprit der Stücke deutlich nach und Per Gessle gefällt sich in einem dahinplätschernden Schunkelmodus, der den anfangs begeisterten Hörer mit seiner fehlenden Inspiration ratlos zurücklässt.

Anspieltipps:

  • Far too close
  • Simple sound
  • Being with you
  • The finest prize
  • Hold on my heart
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