Mad Max - 35 - Cover
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Mad Max 35


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Münsteraner Melodic-Rock-Institution liefert mit „35“ ein solides Werk ab.

Seit über 35 Jahren sind die deutschen Melodic-Rocker von Mad Max mittlerweile im Geschäft, sieht man von einer 16-jährigen Pause Ende der 1980er Jahre ab. Zäh und mit einem unfassbaren Durchhaltevermögen ausgestattet, kämpften sich die Münsteraner durch Probleme mit Plattenfirmen, finanzielle und künstlerische Rückschläge und stehen nun vor der Veröffentlichung ihres je nach zählweise zwölften Albums mit dem Titel „35“.

Die zwischenzeitliche Phase als White Rocker hat das Quartett mittlerweile hinter sich gelassen und es gibt wieder klassischen und melodischen Hardrock, wie in den guten alten 80er Jahren. Wer ihre großen Vorbilder sind, konnten Mad Max übrigens schon damals nicht verbergen und so hört man auch auf „35“ immer wieder Einflüsse von Bands wie Dokken, Whitesnake oder auch Bon Jovi.

Sänger Michael Voss klingt stellenweise mehr nach dem Jon Bon Jovi der stilprägenden Band-Alben wie „Slippery When Wet“ (08/1986), als der Echte. In Songs wie „Return To Paradise“, der musikalisch auf dem Erbe von Dokken aufbaut und mit solidem Flitzfinger-Solo von Jürgen Breforth ausgestattet ist, oder dem Skid-Row-Pantera-Gemisch „Snowdance“, könnte man phasenweise denken, den Posterboy des Hardrocks selbst zu hören.

In „Beat Of The Heart“ treffen die George-Lynch-Gedächtnis-Riffs dann auf den Groove von Mötley Crüe, „Already Gone“ tönt nach Gotthard und in „Thirty 5“ scheinen sich die Tourneen mit Axel Rudi Pell bemerkbar zu machen. Der schleppende Rocker gehört zu den besten Songs des Albums, wenn auch der Text etwas plump daherkommt. Ähnliches passiert im Rausschmeißer „Rocky Road“. Mit diesem Song kommt dann doch noch die Ballade, in der die Geschichte der Band kitschig und platt abgearbeitet wird („I was young and had a dream, to travel the through the world, that I have never seen. My guitar was my best friend, I tried to push my luck and I made it in the end“). Ganz so stimmt die Story nicht wirklich...

Der große Schwachpunkt des Albums sind die oftmals nichtssagenden und blutleeren Refrains. Zwar sind diese meist eingängig, aber am Ende zu austauschbar. Das ist besonders schade, da viele Songs durchaus gut komponiert sind und mit starkem Riffing aufwarten. Darüber hinaus ist „35“ im Spektrum des Hardrock musikalisch recht abwechslungsreich geworden. So lässt sich der Band in puncto Stilmittel oder Arrangements außer den unpassend wirkenden Growl-Versuchen in „D.a.M.n.“ nichts vorwerfen.

Dennoch: Der ganz große Wurf ist „35“ nicht geworden. Dafür sind vor allem die Hooks zu unausgereift. Trotzdem macht das Album Spaß und wartet nicht nur mit 08/15-Riffs auf. Freunde des melodischen Hardrocks der späten 80er Jahre im Stile von Bands wie Bon Jovi, Dokken, Whitesnake oder Skid Row dürfen ruhigen Gewissens mal ein Ohr riskieren.

Anspieltipps:

  • Running To Paradise
  • Beat Of The Heart
  • Thirty 5

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