Ace Frehley - Spaceman - Cover
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Ace Frehley Spaceman


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Original-Kiss-Gitarrist Ace Frehley ist weiterhin umtriebig und fit. „Spaceman“ ist sein bestes Album der jüngeren Vergangenheit.

Die ehemaligen Bandkollegen haben gerade erst ihre zweite Abschiedstournee angekündigt, da werden auch wieder mal Stimmen lauter, dass Ace Frehley wieder zu Kiss zurückkehren sollte. Diese kostenlose Promo nimmt der Gitarrist natürlich gerne mit und wird nicht müde zu betonen, dass er jederzeit für die Fans bereit sei. Und natürlich für eine angemessene Summe. Es stimmt allerdings, dass das Verhältnis von Frehley zu Paul Stanley und Gene Simmons schon weitaus schlechter war. Stanley sang auf Frehleys letztem Album „Origins Vol. 1“, mit Simmons teilte er sich in diesem Jahr des Öfteren die Bühne und mittlerweile sogar die Begleitband.

Die wiedergewonnene Freundschaft mit Gene Simmons führte auch zum Titel des neuen Albums, das auf den Namen „Spaceman“ getauft wurde und zu zwei der neun neuen Songs. Den Opener „Without You I’m Nothing“ schrieb der 67-jährige genauso wie „Your Wish Is My Command“ mit der berühmtesten Zunge der Welt. Der grollende Bass auf ersterem, einem strammen Grooverocker, stammt ebenso von Simmons. Letzteres ist eine positiv gestimmte Seventies-Rock-Nummer, die auch Kiss gut zu Gesicht gestanden hätte. „Rockin‘ With The Boys“ mixt Powerpop mit Hardrock und ist thematisch nahe beim Kiss-Schmachtfetzen „Beth“, während das harte „Bronx Boy“ mit furiosen Leadgitarren ausgestattet ist, autobiographische Züge enthält und bestens auf Frehleys erste Soloscheibe unter dem Kiss-Banner gepasst hätte.

„Pursuit Of Rock’n’Roll“ streift den Hardrock der 80er von Aces damalige Band „Frehley’s Comet“, während die obligatorische Cover-Nummer „I Wanna Go Back“ aus genau diesem Jahrzehnt jeglichen Achtziger-Staub abschüttelt. Im Original von Eddie Money, versteht es Frehley, wie schon vor vierzig Jahren mit „New York Groove“, sich den Song zu Eigen zu machen. Mit „Mission To Mars“ und „Off My Back“ liefert der Gitarrist nochmal zwei straighte und knackige Rocker, bevor das etwas zu lange Instrumental „Quantum Flux“ mit immer mehr werdenden Gitarrenspuren den Abschluss des Albums darstellt.

Mit seinem dritten Album in zehn Jahren, dazu noch das erwähnte Cover-Album, dessen zweiter Teil schon in der Mache ist, zeigt sich Ace Frehley weiterhin umtriebig, was wohl auch seinem gesundheitlichen Zustand zuzuschreiben ist. Mit neun Songs und 37 Minuten Spielzeit ist „Spaceman“ zwar relativ knapp gehalten, allerdings gelingt ihm so sein bestes Album der jüngeren Vergangenheit. Ohne Filler oder unnötigen Ballast wird auf den Punkt gerockt, komponiert und arrangiert. Dass der New Yorker kein begnadeter Sänger ist dürfte bekannt sein, durch seine trotzdem coole und charismatische Stimme wird das allerdings mehr als wettgemacht.

Anspieltipps:

  • Without You I’m Nothing
  • Your Wish Is My Command
  • Bronx Boy
  • I Wanna Go Back

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