Lucifer - Lucifer II - Cover
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Lucifer Lucifer II


  • Label: Century Media/Sony Music
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Beim nächsten Mal etwas weniger Black Sabbath, dann klappt es auch mit der Eigenständigkeit.

Aus den Überresten der Bands Cathedral und The Oath entstanden im Jahr 2014 Lucifer. Nach dem ersten gemeinsamen Album „Lucifer I“ kam es jedoch zum großen Knall. Frontfrau Johanna Sadonis konnte dem Ausstieg von Gitarrist Gaz Jennings und Drummer Andy Prestidge jedoch einen Coup entgegensetzen. Für das neue Album „Lucifer II“ schloss sie sich mit niemand geringerem als Nicke Andersson (Entombed, Hellacopters, Imperial State Electric) – ihrem, by the way, Lebensgefährten – zusammen, der seither neben der Gitarre auch das Schlagzeug übernimmt.

Anderssons Einfluss macht sich dann auch direkt im Opener bemerkbar. „California Son“ erinnert im Riffing zwar immer noch an Black Sabbath, Spuren von frühen Kiss, Anderssons Lieblingsband, sind aber ebenso auszumachen. Weiter lassen leichte Orgeltupfer immer wieder Deep Purple aufblitzen. „Dreamer“ paart leicht psychedelische Ansätze mit dem Hardrock der frühen Siebziger, wobei hier Wishbone Ash genauso durchklingen wie Black Sabbath. An deren Drummer Bill Ward hat sich Nicke Andersson nicht nur leicht orientiert, was man hier und vor allem in „Reaper On Your Heels“ hört. Hier vermischen sich sogar eingängige, poppige Melodien mit den schweren Riffs des Quartetts aus Birmingham.

Auch aus dem lässigen Rolling-Stones-Bluesrocker „Dancing With Mr. D“ machen Lucifer einen rifflastigen Okkult-Rocker, wenn sich die Band auch nah am Original orientiert. Die Berlinerin Johanna Sadonis nutzt ihre wandelbare Stimme, die glücklicherweise nicht zu oft in allzu hohe Sphären vordringt, gekonnt und muss ab und an, wenn die Musik wieder zu sehr nach Black Sabbath klingt („Eyes In The Sky“), als einziges Unterscheidungsmerkmal zu Ozzy und Co. herhalten. „Aton“ kann noch etwas kalifornisches Sommerfeeling über die harten Riffs streuen, bevor „Faux Pharaoh“ wieder nach einem astreinen Outtake von Black Sabbath klingt und das Album beendet.

Mit Nicke Andersson hat Johanna Sadonis einen Coup gelandet und einen Kollegen an ihrer Seite, der es bestens versteh,t Einflüsse verschiedener Hardrock- und Heavy-Metal-Bands der Siebziger zu vermischen und damit Musik zu schaffen, die trotzdem frisch klingt. Auf „Lucifer II“ gelingt dies allerdings nur bedingt. Zwar versucht die Band verschiedene Einflüsse zu kombinieren und man hört Anleihen von Kiss, Deep Purple, Wishbone Ash oder den Stones. Der große Einfluss von Black Sabbath schwebt aber wie ein Damoklesschwert über der Musik. Nichtsdestotrotz ist „Lucifer II“ ein gutes Album geworden.

Anspieltipps:

  • California Son
  • Dancing With Mr. D
  • Aton

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