Ned Collette & Wirewalker - Old Chestnut - Cover
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Ned Collette & Wirewalker Old Chestnut


  • Label: It Records
  • Laufzeit: 73 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
10/10 Leserwertung Stimme ab!

Ned Collette kann einfach nicht einfach.

In der Schule wäre Ned Collette dieser Schüler, der verlässlich gut ist, sich mit seinem Übereifer aber im Weg steht, um Klassenbester zu sein. Das ist in Ordnung, da Streber sowieso nicht sonderlich beliebt sind, mögen manche denken. Gleichzeitig macht Collette aus seinen Alben meist ein Stück Arbeit, wenn er überbordet. „Old Chestnut“ beginnt als das konzentrierte Album eines Gitarren-Virtuosen, dessen Ideen des Öfteren mit ihm durchgehen. Nach 73 Minuten bleiben bestimmt 50 starke, die die Experimentierfreudigkeit des Liedermachers mit einem lachenden und einem weinenden Auge begleiten.

Sieben Minuten, acht Minuten, elf Minuten: die Laufzeit einiger Lieder liest sich bereits wie die eines Prog-Rock-Albums, doch tatsächlich sind diese Lieder nicht ausnahmslos für die verquerten Tonausflüge zuständig. „Grant’s Farm“ ist über seine sieben Minuten minimalistisch und konzentriert sich auf eine intensive Stimmung, die durch geheimnisvolles Spiel und verhaltenen Gesang angetrieben wird. Nur bei „Sacred Cats“ lässt Collette die Überlänge mit sich durchgehen und versucht sich an einer Rock-Oper, die nicht zünden will. „June“ hingegen bekommt über seine gut elf Minuten ein klares Konzept, das zwar Aufmerksamkeit erfordert, aber in sich schlüssig ist.

Wer eine große Aufmerksamkeitsspanne mit bringt und gewohnt geduldig an Ned Collettes Musik herangeht, der findet eine Klang-Oase, die auch den hektischsten Tag beruhigt ausklingen lässt. Die Kritik an „Old Chestnut“ liegt größtenteils darin, dass der Musiker anscheinend überflüssig auf Elemente wie vermeintliches Jammen in „Shinobazu“ und psychedelische oder überlebensgroße Elemente wie in „Sacred Cats“ und „Snaky Song“ zurückgreift. Die Lieder werden dadurch nicht erkennbar besser und stoppen einen ansonsten sehr intimen und angenehmen Fluss gut gemachter und aussagekräftiger Gitarrenmusik. Wie so oft bleibt aber die Frage bestehen, ob Collette die vermeintliche Einfachheit eines „Grant’s Farm“ ohne Ausbrüche wie in „Stateless Brave“ gelingt.

Anspieltipps:

  • Grant’s Farm
  • Thanks Richard
  • June

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