Paul Weller - True Meanings - Cover
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Paul Weller True Meanings


  • Label: Parlophone/WEA
  • Laufzeit: 55 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Das 14. Soloalbum des ehemaligen Mitglieds von The Jam und The Style Council hat die eigene Vergänglichkeit als zentrales Thema.

Paul Weller, der Godfather des BritPop, feierte am 25. Mai dieses Jahres einen 60. Geburtstag. Wie jeder runde Geburtstag, war auch dieser für Paul Weller, wie für die meisten Menschen, erst einmal mit Sorgen verbunden. Die Uhr tickt langsam runter und wer weiß, was das Alter mit sich bringen wird. Insbesondere als alternder Rockstar besteht zum Beispiel latent die Gefahr, sich ohne es zu merken lächerlich zu machen. Doch Paul Weller hat sich diesbezüglich locker gemacht und trotzdem mit „True Meanings“ ein, wie er sagt, besinnliches Werk eingespielt, das sich mit Themen wie Leben, Sterblichkeit, Religion, Liebe und Glück beschäftigt. Also doch nicht alles so easy mit dem Älterwerden im Hause Weller?

Die eigene Vergänglichkeit als zentraler Inhalt eines Albums ist nicht unbedingt das sonnigste Thema, das sich Paul Weller ausgesucht hat. Erwartungsgemäß geht es deshalb melancholisch und sehr bedacht zur Sache. Akustische Instrumente stehen im Vordergrund und Paul Weller singt sanft im Stile eines Singer/Songwriters über „Old castles“, „White horses“ und David „Bowie“. Dazu zwitschern die Vögel („Mayfly“) und es zirpen die Streicher („Gravity“). Mal lässt es Welller lässig und beschwingt laufen („Old castles“), nur um danach zum gepflegten Schunkeln zu schwelgerischen Country-Klängen einzuladen („What would he say?“). Du meinst, das klingt jetzt nicht wirklich spannend? Nun, ist es auch nicht!

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Denn in diesem Stil geht es fast eine Stunde lang auf „True Meanings“ zu. Ein bisschen Folk, etwas Blues und Country, dazu immer wieder Streicher („Come along“) und eine sehr getragene Grundstimmung („Wishing well“), die konsequent bis zum Schluss nicht umschlägt („White horses“). Okay, das mag Teil des Gesamtkonzepts dieses Albums sein, doch leider überträgt sich damit auch eine latent depressive Laune auf den Hörer, die sich leider nicht abschütteln lässt. Dadurch gerät „True Meanings“ im wahrsten Sinne des Wortes zu einem Alterswerk, das es dem Hörer extrem schwer macht.

Denn wer sich nicht in die Situation Paul Wellers hineinversetzen kann, wird auch nicht die Tiefe seines Empfindens spüren und damit auch nur wenig Verständnis für seine pastoral angehauchte Selbsttherapie aufbringen. Dazu ist das akustische, Klangbild von „True Meanings“ am Ende nämlich zu eintönig und einschläfernd, was besonders dann auffällt, wenn man sich die Bonus-Remix-Versionen der Deluxe Edition anhört. Hier erhalten die Songs plötzlich dezente elektronische Upgrades – und auf einmal sind die Songs nicht mehr so – Entschuldigung, Herr Weller – arg dröge wie im Original.

Anspieltipps:

  • Bowie
  • Mayfly
  • Movin‘ on
  • White horses
  • May love travel with you
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