Milo Greene - Adult Contemporary - Cover
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Milo Greene Adult Contemporary


  • Label: Nettwerk/WEA
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Adult Contemporary“ versucht die Alben „Milo Greene“ und „Control“ zu einen und vergisst dabei die individuelle Klasse der Frontmusiker frei zu lassen.

Auf „Adult Contemporary“ versteckt sich die Idee eines meisterhaften Pop-Album. Das ist bereits nach den eröffnenden Titeln „Be Good To Me“ und „Young At Heart“ ersichtlich. „Young At Heart“ vereint alle Stärken einer Radiohymne mit dem gehauchten Understatement, das Milo Greene ihre beruhigende Wirkung verleiht. Und „Be Good To Me“ ist eine dieser magischen Melodien, die schon immer da war und in Form dieses Liedes aus dem großen Musikbewusstsein in die Realität katapultiert wurde. Doch bei all diesen umwerfenden Höhepunkten verstecken sich altbekannte Probleme in den dunklen Schatten der aufgezwungenen Harmonie, die schon auf dem Vorgänger so einigen Wind aus den Segeln nahm.

Wenn „Be Good To Me“ nach perfekter Radiosonglänge ausklingt, sind die Ohren noch immer betört vom angenehmen Klang, doch kurz darauf wird Hörern bewusst, dass der Song nirgends hinging. Das stört dank der hohen Qualität in den Fällen von „Be Good To Me“, Young At Heart“ oder auch „Please Don’t“ zwar nicht, ist bei schwächeren Stücken allerdings umso ersichtlicher. „Drive“ und „Slow“ tun sich viel schwerer und erinnern an das mittelschwere Problem auf „Control“. Ohne den sachten Indie-Folk-Touch des Debütalbums wirken die formelhaften Songstrukturen der Band manchmal repetitiv, sodass die Atmosphäre zu verpuffen droht.

Auf ihrer „Never Ender EP“ hatten Milo Greene ihren Horizont scheinbar erweitert und ihrer Musik mehr Intensität und Wucht verliehen. Der Gesang traute sich aus seiner Schale, kehrt auf „Adult Contemporary“ aber zurück zum eher introvertierten Hauchen. Dieser Ansatz funktioniert zwar, wie Lieder der Sorte „Move“ und „Runaway Kind“ beweisen, aber die Explosion eines „Afraid Of Everything“ und „We Kept The Lights On“ bleibt gänzlich aus. Den Instrumental-Stücken „Easy Listening“ entsprechend zwängen sich Milo Greene in ein Korsett, das unzählige Möglichkeiten ausschließt, um dem Bandkompromiss gerecht zu werden.

Letztlich sind diese Anmerkungen Meckern auf hohem Niveau, da „Adult Contemporary“ definitiv ein Schritt vorwärts ist. Gleichzeitig hat die Band in der Vergangenheit bewiesen, dass sie gefühlvoller und dynamischer sein kann, als sie sich auf ihrem neuen Album geben. Dass sich potenzielle Großtaten wie „Be Good To Me“ dem harmonischen Klang zuliebe zurückhalten, tut im Herzen weh. Dieses Album ist ein nur ein ordentlicher Nachweis von vorhandener Qualität geworden, statt den gerechtfertigten Platz einer talentierten Band zu zementieren.

Anspieltipps:

  • Be Good To Me
  • Young At Heart
  • Please Don’t

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