Slash - Living The Dream - Cover
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Slash Living The Dream


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Slash braucht dringend einen neuen Sänger. Die immergleichen Gesangsmelodien Myles Kennedys sind fast nicht mehr zu ertragen.

Im Sommer ist er noch mit Axl Rose und Duff McKagan über die Bühnen Europas gefegt, da legt Slash schon sein neues Soloalbum, bzw., das neue Album seiner langjährigen Kollaboration mit Myles Kennedy (Alter Bridge und den Conspirators vor. Schon auf Tour zum Vorgänger „World On Fire“ wurden Songideen gesammelt und direkt im Anschluss ging es kurzzeitig ins Studio. Trotzdem erscheint das Album erst jetzt, nach erneuten Studiosessions im Januar, da diese kleine Guns N‘ Roses-Tour dazwischen kam. Erstmals verzichtete der 53-jährige auf analoges Equipment und nahm digital auf, die Produktion wurde wieder Michael „Elvis“ Baskette aufgetragen.

Dass der Zylinderträger scheinbar immer noch Riffs aus dem Ärmel schütteln kann, bewies er schon auf dem mit 17 Songs ziemlich üppig ausgestatteten „World On Fire“ und seinen ersten beiden Soloausflügen, „Living The Dream“, so der Titel des neuen Albums, soll etwas kompakter ausfallen. Das hat er geschafft. Die meisten Songs geraten knackig und auf den Punkt. „Call Of The Wild“ eröffnet die Platte mit einem fetzigen Sleaze-Rock-Riff, dass ebenso von Aerosmith, wie auch den Gunners stammen könnte, „Serve Your Right“ mischt noch ein stampfendes und stoisches AC/DC-Riff hinzu. Der Uptempo-Song „Mind Your Manners“ könnte zum Highlight des Albums werden, wäre da nicht Myles Kennedy. Spätestens bei diesem Song, wird wieder mal deutlich, dass Slash dringend einen neuen Sänger braucht. Über die Stimme von Kennedy kann man streiten, sie ist letztlich Geschmackssache. Was allerdings wirklich störend ist, sind seine einfallslosen, sich immer wiederholenden Gesangsmelodien. Wieder und wieder dasselbe Schema, am Ende der Zeile geht es mit der Stimme nach oben und die Töne werden langgezogen. Auch die beiden anderen Vorabsingles „My Antidote“ und noch viel mehr „Driving Rain“, leiden darunter und vermiesten die Vorfreude auf das Album erheblich.

„Lost Inside The Girl“ beginnt zunächst anders, Kennedy singt tiefer, die Riffs sind düsterer, im Refrain fühlt man sich dann aber zu sehr an Kennedys Stammband erinnert und ab und an möchte man sich ob der spitzen Töne die Ohren zuhalten. „Slow Grind“ beginnt mit einem Riff, das ein Grinsen ins Gesicht zaubert, bis Kennedy mit einer Hook einsetzt, die man mittlerweile auf jedem Album mit seiner Beteiligung gehört hat, ziehen sich die Mundwinkel wieder nach unten. Und so geht es leider weiter. Musikalisch macht das Ganze eigentlich ziemlich Spaß, die Songs sind abwechslungsreich und es ist erstaunlich, wie viele Riffs Slash immer wieder aufs Neue einfallen. Myles Kennedy scheint allerdings auf zu vielen Hochzeiten zu spielen, denn ihm ist die Inspiration nicht wirklich anzuhören. Schade, mit einem anderen Sänger, wäre „Living The Dream“ ein astreines Hardrock-Album.

Anspieltipps:

  • Serve You Right
  • Read Between The Lines

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