We Were Promised Jetpacks - The More I Sleep The Less I Dream - Cover
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We Were Promised Jetpacks The More I Sleep The Less I Dream


  • Label: Big Scary Monsters/ALIVE
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

We Were Promised Jetpacks zementieren ihren Platz im Indie-Genre auch nach längerer Abwesenheit.

We Were Promised Jetpacks (kurz: WWPJ) sind allein durch ihren Namen dem Indie-Rock verpflichtet. Der trotzig nerdige Spruch vertritt den melodischen, aber nie sich den Massen anbiedernden Rock der Schotten bis ins letzte Haar. Zum einen lässt sich bei ihrer Rückkehr auf „The More I Sleep The Less I Dream“ festhalten, dass die Band ihre Formel perfektioniert hat. Gleichzeitig fühlt sich das Album damit mehr nach einer Heimkehr und nicht einer Entwicklung an. Auf kurze Sicht ist das genau die Rückkehr, die die meisten Fans sich wohl erhofft haben, doch die Restzweifel betreffen die Zukunft dieser Gruppe.

Falls Hörer ein WWPJ-Bingo spielen, sind alle Gewinner. Die Band spielt ihre Stärken konsequent aus und webt einen Soundteppich, der ohne Unterlass daran erinnert, warum Fans der Band ursprünglich verfallen sind. Doch was nach anfänglicher Euphorie deutlich wird, ist die fühlbare Decke, an die die Band in den meisten Liedern stößt. Songs wie „Someone Else’s Problem“ und „Make It Easier“ servieren ein perfektes Grundgerüst, das aber keine Auflösung liefert, die das Handwerk in Kunst verwandelt. Am meisten schmerzt diese Feststellung auf fraglos hohem Niveau bei „Hanging In“, das mit einer fantastisch melancholischen Melodie aufwartet, der durch kuschelige Strophen die Perfektion entrissen wird.

Die entscheidende Kritik an „The More I Sleep The Less I Dream“ ist, dass die Band ihr unbestrittenes Potenzial nicht in einer Art ummünzt, die das musikalische Talent nicht in mitreißende, musikalische Visionen zu verwandeln weiß. WWPJ verdienen sich mit ihrem neuen Album von jedermann einen ehrlichen und respektvollen Höflichkeitsapplaus, doch es fällt schwer, sich komplett in dieser Musik zu verlieren. Optimisten dürfen aber natürlich hoffen, dass die Band nach ihrer Pause erst wieder den Rhythmus finden muss. Auch ohne diesen meisterlichen Schliff bleibt das WWPJ-Material aber weiterhin solches, um welches andere Bands die Truppe zu Recht beneiden.

Anspieltipps:

  • Hanging In
  • Someone Else’s Problem
  • Make It Easier

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