Down By Law - All In - Cover
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Down By Law All In


  • Label: Kung Fu/Membran
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Punkrock hat allem Anschein nach wieder Konjunktur. Nur, ist das noch Punkrock?

Punkrock scheint in den letzten Jahren eine kleine Renaissance zu erleben. Zumindest die mittlerweile ergrauten (von verschiedenen Haarfärbungen mal abgesehen) Stars der Szene stellen sich als ziemlich umtriebig heraus. In diesem Jahr durfte sich die Hörerschaft schon auf neue Alben von beispielsweise Pennywise, den Adolescents oder Alkaline Trio freuen. Blickt man zurück auf die letzten zwei, drei Jahre kommen Platten von unter anderem NOFX, Rancid und aus deutscher Perspektive Wizo und der Terrorgruppe hinzu. Das Endergebnis ist schwankend.

Nun gesellen sich auch die Kalifornier, wo sollen sie auch sonst herkommen, von Down By Law dazu. Ganze sechs Jahre nach „Champions At Heart“ folgt dieser Tage „All In“,doch um mit den Ärzten zu sprechen: Ist das noch Punkrock?. Mit den beiden Neuzugängen Hunter Oswald am Schlagzeug und John DiMambro am Bass, hat das einzige Gründungsmitglied Dave Smalley mit seinem langjährigen Gitarrenpartner Sam Williams einen Sound geschaffen, der eher im Alternative Rock einzuordnen ist. Wie eine Mischung aus Pearl Jam und den Foo Fighters tönt der Eröffnungsdreier aus den Lautsprechern. „Aperture“ wartet sogar mit Slidegitarren auf, „Boredom“ hat zugegebenermaßen eine ganz leichte Punkrockschlagseite und überall, vor allem aber in „Rebrand It“ regieren offene Akkorde und Arpeggios statt Powerchords, auch wenn diese natürlich immer noch vorhanden sind. Erst „Mountain“ lässt mit angezogenem Tempo so etwas wie Punkrockstimmung aufkommen, trotzdem sind die Gitarren nur leicht angezerrt.

„Undone“ wird mit Bläsern aufgewertet, „Then & Tomorrow“ gerät geradezu poppig. Über den meisten Songs schwebt allerdings der Sound von späteren Pearl Jam. Beste Beispiel ist „Infatuation“, das melancholischen Alternative Rock, mit leichten Hardrock-Anleihen und feinem Melodiegespür vereint. „Ride“ versprüht nochmal so etwas wie Punkrockspirit, bevor „Mannequin“ einfach ganz normaler Rock ist, was in keinem Fall negativ gemeint ist. Überraschenderweise liefern Down By Law im Gegensatz zu Genrekollegen wie Pennywise kein Punkrockfeuerwerk ab. Vielmehr zeigt sich Mastermind Dave Smalley musikalisch verändert, vielleicht gereift und liefert erwachsener klingenden Alternative Rock. Statt „back to the roots“ gibt es Weiterentwicklung. Beides hat seine Berechtigung.

Anspieltipps:

  • Aperture
  • Boredom
  • Infatuation
  • Mannquin

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