Many Voices Speak - Tank Town - Cover
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Many Voices Speak Tank Town


  • Label: Popup-Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Aus wenig mach viel: Many Voices Speak überzeugt mit meditativem Pop, der sich von Soundscapes und einer verträumten Stimme erfolgreich leiten lässt.

Das Albumcover erinnert an die verlassenen Einöden der dystopischen Welt in „Everything Now“ von Arcade Fire. Was bei den beliebten Kanadiern allerdings eher inhaltlich zum Konzept passte, spiegelt bei Many Voices Speak den Geist der Musik selbst wider. Many Voices Speak, das Projekt der Schwedin Matilda Mård, ist im Kern schwereloser Pop, der sich klaren Strukturen leiten lässt und auf diese Weise nie zu ätherisch und abgehoben klingt. „Tank Town“ ist mit Sicherheit kein Album des Jahres, aber dafür vielleicht das gelungene Understatement des Jahres.

Zweifel streut die Schwedin gleich zu Beginn mit „I Saw You“, das die Traumlandschaft aus dem Titeltrack mit tanzbaren Drums verbindet. Gleichzeitig kommen die langsamen Stücke wie eben „Tank Town“ und „Necessaries“ mit einem Minimum an treibenden Beats aus, um Hörer zu binden. In ihren besten Momente ist Matilda Mårds Musik mit den Volltreffern einer Dido zu vergleichen, die dem Sprichwort entsprechend in der Ruhe Kraft entstehen lässt. Das herausragende Beispiel auf „Tank Town“ ist „Bony Shelter“, das jede einzelne Sekunde seiner gut sechs Minuten nutzt, um eine unwiderstehliche Stimmung aufrechtzuerhalten.

Wer an „Tank Town“ Kritik üben möchte, kann dem Album eine zweite Hälfte vorwerfen, die das sehr gute Potenzial der ersten Hälfte lediglich gut zu Ende bringt. „Chances“ und „Band Woman“ bringen nichts Neues und verpassen wie „Ending Lines“ mit gesanglich gefühlvollen Höhepunkten bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Das zwei Drittel des Albums jedoch eine garantierte, langfristige Freude für Pop-Freunde der ruhigen Sorte sind, ist die entscheidende Erkenntnis auf „Tank Town“. Wenn die Welt einen Augenblick langsamer drehen soll und der Hörer sich verträumt in Gefühlen jeglicher Art verlieren will, ist Many Voices Speak die geeignete Mitstreiterin.

Anspieltipps:

  • I Saw You
  • Bony Shelter
  • Tank Town

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