Everlast - Whitey Ford´s House Of Pain - Cover
Große Ansicht

Everlast Whitey Ford´s House Of Pain


  • Label: Long Branch Records/SPV
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
4.5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Trotz inhaltlich brisanter Texte versandet „Whitey Ford‘s House Of Pain“ in der Belanglosigkeit.

Der vor ein paar Jahren zum Islam konvertierte Erik Francis Schrody alias Everlast (49) legt mit „Whitey Ford‘s House Of Pain“ sein inzwischen siebtes reguläres Studioalbum vor, nachdem der 2013er Release „The Life Acoustic“ (08/2013) lediglich Neueinspielungen beinhaltete. Es ist damit der offizielle Nachfolger des 6½ Jahre alten „Songs Of The Ungrateful Living“ (02/2012) und die vierte Veröffentlichung auf Everlasts eigenem Label Martyr Incorporated.

Der in Eigenregie produzierte Longplayer vertraut auf den üblichen musikalischen Gemischtwarenladen, für den Everlasts Alben bekannt sind. So hören wir auch heuer zusammengerührte Fragmente aus Stilbereichen wie HipHop/Rap, Country, Rock, Folk, Pop, Funk, Blues und R&B in Verbund mit der tiefen Storyteller-Stimme des New Yorkers. Diese taucht allerdings in einer äußerst schwachen Produktion mehrmals im Sound-Mix unter, der sich tatsächlich nur auf einem befremdlichen Bootleg-Niveau befindet.

Das ist ärgerlich, denn Everlast hat auf „Whitey Ford‘s House Of Pain“ durchaus etwas zu erzählen. So thematisiert er die Mukoviszidose-Erkrankung seiner achtjährigen Tochter und seine persönlichen Selbstzweifel („The climb“). Er rechnet mit der Politik („The culling“), dem Glauben an Gott („One of us“), Drogensucht („Summer rain“) und dem Rest der Welt ab („Slow your roll“). Leider ist die Musik dazu nicht von derselben Wut geprägt. Everlast liefert vielmehr relaxte Songs ab, die zum gepflegten Kopfnicken einladen, aber nicht die Kraft der Texte widerspiegeln.

So plätschert „Whitey Ford‘s House Of Pain“ weitgehend harmlos vor sich hin, ohne dass der Hörer in den Bann gezogen wird. Das ist eindeutig zu wenig, um damit Alben verkaufen zu können und zusammen mit dem matschig-dumpfen Sound der Produktion eine wirklich bittere Pille.

Anspieltipps:

  • Heartbeat
  • Summer rain
  • Slow your roll
  • Oooohh (I don’t need you)
Neue Kritiken im Genre „Pop/Rock“
6/10

Piano & A Microphone 1983
  • 2018    
7/10

Both Sides Now: Live At The Isle Of Wight Festival 1970
  • 2018    
Diskutiere über „Everlast“
comments powered by Disqus