Phillip Boa And The Voodooclub - Earthly Powers - Cover
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Phillip Boa And The Voodooclub Earthly Powers


  • Label: Cargo Records
  • Laufzeit: 56 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Dem Album fehlen definitiv die Höhepunkte, um uneingeschränkte Begeisterung auszulösen.

Deutschlands Indie-Popstar und Exzentriker Nummer 1, Phillip Boa (55), bleibt seinem Zweijahresrhythmus treu und liefert mit „Earthly Powers“ sein mittlerweile 19. Studiowerk und damit den Nachfolger von „Blank Expression“ (09/2016) ab, das zwar eigentlich nur eine schnöde Singlesammlung darstellt, aber als Deluxe-Ausgabe noch ein komplett neues Studioalbum namens „Fresco“ in petto hatte. Eine ähnliche verkaufsfördernde Taktik fährt der gebürtige Dortmunder nun auch mit „Earthly Powers“ auf, das in der Standardversion ein Dutzend Songs beherbergt, als begehrte Luxus-Ausgabe aber wahlweise ein Live-Konzert auf DVD oder wie schon bei „Blank Expression“ einen zweiten Studio-Longplayer auf CD mit weiteren elf Stücken auffährt.

Neben den beiden CD-Boxen steht außerdem noch eine Doppelvinyl-Ausgabe zum Kauf, die ein exklusives Covermotiv besitzt. Alle drei Sonderausgaben sind auf jeweils 2.000 Einheiten (Vinyl: 1.500) limitiert und sollen bei entsprechenden Absätzen in der ersten Verkaufswoche für einen hohen Chartentry sorgen. Zum Vergleich: Die bisher höchsten Platzierungen erreichte Boa mit „Bleach House“ (08/2014) und „Blank Expression“, die jeweils die Top 10 der deutschen Album-Charts knackten (Platz 7 und 8) und damit sogar die gefeierten Werke der 90er Jahre in den Schatten stellten.

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Mit dem von David Vella und Ian Grimble (Manic Street Preachers, Mumford & Sons, Travis, The 1975, Tina Dico) produzierten „Earthly Powers“, das Phillip Boa zusammen mit Oliver Klemm (Gitarre), Toett (Keyboards, Cello), Moses Pellberg (Drums) und Oliver McKiernan (Bass) eingespielt hat, dürfte das Ziel kaum geringer sein, auch wenn Phillip Boa und sein Voodooclub auf diesem Album nicht das zum Teil furiose Niveau der Vorgänger erreichen. Das mag zum einen daran liegen, dass die Arrangements heuer weniger opulent und überschäumender wirken, aber zum anderen auch daran, dass es den Hooks und Refrains häufig an Strahlkraft mangelt.

Positiv betrachtet, stellt „Earthly Powers“ damit eine Rückkehr zum rumpeligen Indie-Rock der 80er Jahre dar, mit dem Boa die Grundlage seiner Karriere schuf. Doch die Zeiten haben sich geändert und dem einen oder anderen (jüngeren) Hörer mögen Songs wie „Silicon men“ oder auch „Strange days after the rain“ heutzutage einfach eine Spur zu bieder bzw. mit zu viel Routine runtergespielt daherkommen. So fehlen dem Album am Ende definitiv die Höhepunkte, um uneingeschränkte Begeisterung auszulösen.

Anspieltipps:

  • Cruising
  • 60’s black C
  • Chas and Billie Ray
  • Cowboy on the beach
  • Drown my heart in moonshine
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