Rod Stewart - Blood Red Roses - Cover
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Rod Stewart Blood Red Roses


  • Label: Decca/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 51 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf „Blood Red Roses“ fährt Rod Stewart zu viel poppige Elemente auf.

In den Nullerjahren beschränkte sich Rod Stewart mit der Verwaltung seiner zugegebenermaßen vielen Hits und Aufnahmen mit Liedern des Great American Songbook. Seit fünf Jahren gibt es allerdings in regelmäßigen Abständen neues von der Reibeisenstimme aus England. 2013 erschien das solide „Time“, mit „Another Country“ von vor drei Jahren konnte er teilweise sogar noch einen draufsetzen. Nun erscheint pünktlich zum bald einsetzenden Weihnachtsgeschäft das neue Album „Blood Red Roses“. Produziert hat Rod Stewart wie auf den Vorgängern mit in Zusammenarbeit mit Kevin Savigar, der schon seit den 1980er Jahren an der Seite des 73-Jährigen arbeitet.

Dieses Mal scheinen es die beiden in Sachen Produktion etwas übertrieben zu haben. „Look In Her Eyes“ beginnt sehr poppig, mit Schlagerbeat unterlegt, die Stimme Stewarts wiederum mit doofen Effekten belegt. Dazu gibt es Keyboardklänge und Soundeffekte, die den Song unangenehm struktur- und substanzlos klingen lassen. „Hole In My Heart“ verbindet Rockgitarren mit Discobeats. Solche Verbindungen kennt man von Rod Stewart, nur tönt es hier wie ein Abklatsch seiner früheren Disco-Rock-Hits wie „Do Ya Think I’m Sexy“. Die coole Strophe der Ballade „Farewell“ wird leider durch den sehr kitschigen Refrain zunichte gemacht, „Didn’t I“ geht in eine ähnliche Richtung.

Mit dem Titelsong wird es durch folkige Geigenklänge vordergründig etwas traditioneller, im Grunde bleibt „Blood Red Roses“ allerdings ein lupenreiner Popsong. Das vertonte irische Gedicht „Grace“ liefert dann schon eher so etwas wie einen Folksong. „Give Me Love“ schickt den Hörer dann wieder auf die Tanzfläche der Disco, bevor die gute Laune Nummer „Rest Of My Life“ etwas an Elton John erinnert. Selbst den rockigen Blues „Rollin‘ & Tumblin‘“ verwandelt Stewart in eine tanzflächentaugliche Popbluesnummer. Beim Rest des Albums stechen eigentlich nur noch „Honey Gold“, allerdings nur aufgrund seiner bandtauglichen Instrumentierung, und das rockigere „Vegas Shuffle“ heraus.

So lässt Rod Stewart den Hörer mit „Blood Red Roses“ etwas ratlos zurück. Richtig schlecht oder nervig ist das Album nicht und man kann von Stewart durchaus erwarten, dass er mehr Pop, denn Rock liefert. Allerdings hat er es in Zusammenarbeit mit Kevin Savigar doch etwas übertrieben, was billige Disco- bzw. Schlagerbeats betrifft. Zudem klingt Rod Stewarts Stimme teilweise etwas zu sehr mit Effekten belegt. Wer ein solches Album erwartet wird womöglich nicht enttäuscht sein, wer aber immer noch auf ein geerdetes Rock-/Pop-Album mit leicht bluesig-souligen Anleihen hofft, kann „Blood Red Roses“ wahrscheinlich nicht viel abgewinnen.

Anspieltipps:

  • Rollin’ & Tumblin’
  • Vegas Shuffle

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