Ben Khan - Ben Khan - Cover
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Ben Khan Ben Khan


  • Label: Caroline/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Dass Ben Khan sich nicht nach Trends richtet, sondern sie sich nach ihm den Kopf verdrehen sollen, stellt dieses Album schon auf optische Weise klar.

Vor drei Jahren war der Name Ben Khan von den Hitlisten der Clubs weltweit nicht wegzudenken. Der Brite mit viel Rhythmusgefühl ist danach etwas in der Versenkung verschwunden und der Hype lief dementsprechend nur noch auf Sparflamme. Damit diesmal auch ja niemand vergisst, wer Ben Khan ist, hat der Musiker sein erstes echtes Album schlicht nach sich benannt. Damit geht Khan keinen neuen, aber einen selbstbewussten Weg, den er mithilfe eigenwilliger Retro-Optik und Isaac Asimov Querverweisen individuell pflastert. „Ben Khan“ ist ein musikalischer Fiebertraum aus dem frühen Cyberspace, ohne Klischees zu bedienen. Allein dafür verdient der Musiker von vornherein Applaus.

Trotz dem synthetischen Grundtenor des Albums hat Ben Khans Musik etwas sehr Warmes und Einladendes. Seine Stimme verführt in „2000 Angels“ und auch „A.T.W. (Against The Wall)“ zum Zuhören und lässt alles andere vergessen. Auch wenn nicht das komplette Album mit unvergesslichen Melodien glänzt, erhält Ben Khan diese grundlegende Magie erhalten und saugt seine Hörer geradezu auf. Vermeintlich ziellose Nummern wie „Our Father“ lassen dem Hörer keine Ruhe und lassen ihn gnadenlos in der Luft hängen, wenn sie unvermittelt aufhören.

Gleichzeitig lässt sich nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieser Musiker bei allem Gespür für eine in sich geschlossene Stimmung noch nicht mit einer durchgehenden Superhitparade aufwarten kann. „Love Faded“ und „Merchant Prince“ sind Lieder, die alle auf dem Pfad zur musikalischen Erleuchtung liegen und in die richtige Richtung weisen, doch sie sind im Vergleich zum Opener „2000 Angels“ nicht mehr als treue Jünger.

„Ben Khan“, das Album, ist ein Versprechen für die Zukunft des Musikers Ben Khan. Selbstbewusst verquert wie ein George Michael seiner Zeit, aber mit einem komplett eigenen und anderen Stil in Richtung des Soul-Pop präsentiert der Musiker nicht bloß eine Ansammlung von Liedern sondern eine musikalische Interpretation seiner selbst. Diese klare Vision, das Versprechen auf eine aufregende Zukunft und die Höhepunkte dieser Scheibe lassen Ben Khans Debüt-Album vielleicht etwas heller erstrahlen, als die einzelnen Teile des Ganzen es vermuten lassen. Doch mit jedem Hördurchgang werden die Zweifel noch während der brillanten Eröffnung weniger.

Anspieltipps:

  • 2000 Angels
  • Do It Right
  • A.T.W. (Against The Wall)

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