Element Of Crime - Schafe, Monster Und Mäuse - Cover
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Element Of Crime Schafe, Monster Und Mäuse


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 55 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Besser lässt sich ein musikalisches Drehbuch nicht verfassen.

Im Jahr 1991 entschieden sich Element Of Crime dazu, ihre Texte für das Album „Damals hintern Mond“ von Englisch auf Deutsch umzustellen und landeten damit einen Volltreffer. Denn die Lyrik von Texter und Sänger Sven Regener (57) entfaltete nun erst ihren gesamten Charme, der sich später auch in seinen Büchern wie „Herr Lehmann“ (2001), „Der kleine Bruder“ (2008) oder auch „Magical Mystery“ (2013) wiederspiegelte. Die chansonesken Lieder mit ihrer besonderen Textkunst reiften zum Besten, was die deutsche Popmusik zu bieten hat und mit dem Album „Weißes Papier“ (1993) gelang erstmalig der Einstieg in die deutschen Charts, die seitdem mit keiner Veröffentlichung mehr verfehlt wurden.

Seit 33 Jahren ist die Berliner Band nun schon aktiv. Und wenn im Schnitt alle vier Jahre ein neues Studioalbum von Element Of Crime auf den Markt kommt, ist dies auch heute noch ein kulturelles Hochereignis. Denn Vergleichbares gibt es auf dem deutschen Musikmarkt kaum. Und so freut sich der Hörer immer wieder auf die neuen Geschichten Sven Regeners und die feinfühligen Arrangements von Jakob Friderichs (Gitarre), David Young (Bass) und Richard Pappik (Drums), die auf dem aktuellen Werk mit Schafen, Monstern und Mäusen zu tun haben.

„Schafe, Monster und Mäuse“ ist ein Albumtitel, wie er typischer nicht sein könnte für diese Band. Und mit einer Spielzeit von 55 Minuten ist dieses Werk für Element-Of-Crime-Verhältnisse fast schon ausufernd geraten. Aber irgendwie müssen die schrägen Großstadtgeschichten ja untergebracht werden, die sich stilistisch in Blues und Soul („Am ersten Sonntag nach dem Weltuntergang“), Folk („Die Party am Schlesischen Tor“), Chanson („Bevor ich dich traf“), Rock („Stein, Schere, Papier“), Country („Ein Brot und eine Tüte“) und Tejano-Musik („Immer noch Liebe in mir“) aufteilen.

Dabei hören wir immer wieder Sven Regeners ins Bild stolpernde Trompete, schräg klimpernde Gitarren, verschleppte Rhythmen und der Hörer fühlt sich in eine dunkle, verrauchte Kneipe versetzt, wo all die Geschehnisse des Tages bei einem Bier oder auch zwei erzählt werden. Schnell fühlt man sich von den Charakteren fasziniert und ihren Geschichten magisch angezogen. Element Of Crime entfachen dabei einen natürlichen Sog, den sich der Hörer nicht entziehen kann und schlagen dabei einen Bogen vom ersten Sonntag nach dem Weltuntergang bis hin zum großen Finale, wenn es dunkel und kalt wird in Berlin. Besser lässt sich ein musikalisches Drehbuch nicht verfassen.

Anspieltipps:

  • Karin, Karin
  • Bevor ich dich traf
  • Immer noch Liebe in mir
  • Die Party am Schlesischen Tor
  • Am ersten Sonntag nach dem Weltuntergang
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