Boy George & Culture Club - Life - Cover
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Boy George & Culture Club Life


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit entspannten Blue-Eyed-Soul- und Reggae-Klängen ringt der reformierte Culture Club dem Begriff Alterswerk tatsächlich etwas Positives ab.

George Alan O’Dowd alias Boy George (57) ist und bleibt ein Freak vor dem Herrn. Ob in den seligen 80er Jahren mit seiner Band Culture Club, die u.a. Hits wie „Do you really want to hurt me“, „Church of the poison mind“ und „Karma chameleon“ landete oder als Solokünstler, der bis auf den Song „Everything I own“ nie mehr an die großen Erfolge von Culture Club anknüpfen konnte. Sein Auftreten und seine Art als Künstler machen den Unterschied aus und sind das Salz in der Suppe. Denn genau solche immer leicht ausgeflippten Künstler bedarf es, um die Pop-Landschaft nicht zu einem langweiligen Kommerz-Schlachtfeld verkommen zu lassen. Ein kleiner Skandal kann jedenfalls nie schaden.

Wobei, aus dem Alter, dass Boy George die Klatschspalten der Yellow Press füllt, ist der Brite längst hinaus. Er scheint sich und sein Leben endlich gefangen und auch mit den Jungs von Culture Club seinen Frieden geschlossen zu haben. 2014 gab die Band ihre Reunion im Original-Line-up mit Roy Hay (Gitarre), Mikey Craig (Bass) und Jon Moss (Drums) bekannt, die nach zwei ausverkauften Tourneen nun auch den Weg ins Studio fand, wo das erste neue Material seit fast 20 Jahren aufgenommen wurde.

Unter dem Namen Boy George & Culture Club hat das Quartett für das „Life“ betitelte Comeback-Album elf Songs aufgenommen, die die vier Musiker künstlerisch im Hier und Jetzt zeigen. Weder wollen sie ihren Sound aus den 80er Jahren kopieren, noch den aktuellen Trends des Mainstream-Pop-Geschehens nachrennen. Dass sich in den neuen Culture-Club-Kompositionen dennoch diverse Zitate aus den vergangenen 30 Jahren der Musikgeschichte wiederfinden, ist völlig normal.

So haben Boy George und Co. offenbar jede Menge karibische Sonne getankt und diese kurzerhand in anregende Grooves („Bad blood“, „Resting bitch face“), Blue-Eyed-Soul („Runaway train“, „Different man“) und Reggae-Anleihen verpackt („Human zoo“, „Let somebody love you“), die dem Longplayer eine zeitlos-relaxte Stimmung verleihen. Damit schlägt der Culture Club einen unerwarteten künstlerischen Haken, der dem kritischen Begriff „Alterswerk“ plötzlich wieder einen positiven Aspekt verleiht.

Anspieltipps:

  • Bad blood
  • Oil & water
  • Runaway train
  • Resting bitch face
  • More than silence
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