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  • Label: Caroline/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 57 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Das John Butler Trio bleibt eine durch und durch rund produzierte Angelegenheit, die gutes Handwerk mit einem kalten Hauch Emotionslosigkeit schmälert.

Als 2010 „April Uprising“ erschien, ließ sich ein Bruch erkennen, der die Band bis heute geprägt hat. Auf dem inzwischen gut acht Jahre alten Album hat The John Butler Trio den Schritt zur AAA-Band vollzogen. Der Sound auf „April Uprising“ ist fett und geschmeidig zugleich. Was mit der auf den ersten Blick besseren Produktion einher ging, war jedoch der Hang zu glattpolierten Songstrukturen. Fesche Ideen und wagemutige Individualität waren seit „April Uprising“ eher Mangelware. Dieser Trend hält bis ins Jahr 2018 und wahrscheinlich noch länger an, denn so gut das Handwerk des John Butler Trios auch ist, bleibt ihr Sound gewohnt harmlos.

Das ist allein deswegen schon ein kleines Vergehen, weil die Band gleich mit der Eröffnung „Tahitian Blues“ zeigt, was für ein Potenzial in ihnen schlummert. Für jede gekonnte Symbiose aus Folk, Pop und Rock, die zum Mitträllern einlädt, kommt ein „Brown Eyed Dog“ daher, das sich fast schon zynisch nach Fokusgruppen-Marketing-Musik anhört.Der Pop-Einfluss ist zwar sowieso nicht wegzureden, doch zumindest findet das John Butler Trio eingangs Wege, um die eigenen Kreationen interessant zu gestalten.

Was auf der Zielstrecke ab „Brown Eyed Dog“ passiert, ist allerdings nur noch mit Profitmaximierung und dem Wunsch nach Massentauglichkeit zu entschuldigen. Dies sind beides valide Gründe, unter denen die Kunst jedoch spürbar leidet. Von generischen Akkorden, weg gehobelten Kanten und unverschämt plumpem Autotune tut das John Butler Trio nahezu alles, um zum aktuellen Chart-Einerlei zu passen.

Die Frage, vor der Hörer stehen, ist, ob dieser Ausklang die wahre Natur der Band darstellt oder das Talent weiter in den gut gewebten Melodien und Strukturen eines „Tahitian Blues“ wurzelt. Das Pendel schlägt auf „Home“ stärker Richtung Kommerz aus. Noch bügelt die Band den fehlenden Mut mit Können aus. Das Ergebnis ist dafür ein durchwachsenes Album, das Hörern eher in Form von Singles und nicht als Ganzes in Erinnerung bleiben wird.

Anspieltipps:

  • Tahitian Blues
  • Just Call
  • Running Away

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