Peter Heppner - Confessions & Doubts - Cover
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Peter Heppner Confessions & Doubts


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Sechs Jahre nach seinem letzten Longplayer ist Peter Heppner zurück. Und das mit einem Doppelschlag. Er veröffentlicht gleich zwei Alben an einem Tag. Dies ist Werk Nummer eins.

Guns N´ Roses haben es getan, Prince und Bruce Springsteen auch: Sie haben jeweils zwei Studioalben an ein und demselben Tag auf den Markt gebracht. Ein Vorgehen, bei dem Plattenfirmenchefs selbst in Zeiten, in denen sich Musik-CDs noch massenhaft unters Volk bringen ließen (also vor Jahrzehnten…), in Schnappatmung verfallen sind, auch wenn es sich um absolute Topstars handelte, die mit so einer Idee um die Ecke kamen. Die Vermarktung ist nämlich wesentlich schwieriger, weshalb bereits Doppelalben nicht gern gesehen sind, weil sie dem Kunden zu viel Geld aus der Tasche ziehen.

Scheißegal wird sich Peter Heppner (51) gedacht haben, der sein zweites und bis dato letztes Album „My Heart Of Stone“ (05/2012) vor über sechs Jahren herausbrachte und damit die Charts in Deutschland, Österreich und der Schweiz knackte. Der Plan lautete: Wer so lange weg war, darf seine Fans auch mal mit einem Doppelschlag überraschen, der aus 21 (!) neuen Songs besteht und sich auf zwei stilistisch voneinander getrennte Alben aufteilt.

Das Hauptwerk stellt dabei „Confessions & Doubts“ dar, das musikalisch vornehmlich in eine romantisch-melancholische Richtung weist, während Album Nummer zwei, „TanzZwang“ betitelt, den Körper des Hörers in Bewegung setzen soll. An den Songs arbeitete Peter Heppner mit Dirk Riegener und Alex Lys, wobei die tanzorientierten Tracks an verschiedene Künstlerkollegen wie Schiller oder Apoptygma Berzerk weitergereicht wurden, damit diese ihren persönlichen Stil in Remix-Form einbringen konnten.

Das Parallelwerk von „Confessions & Doubts“:

Bild

„Confessions & Doubts“ ist das Charts-orientierte, zehn Songs umfassende Popalbum des Ex-Wolfsheim-Mitglieds. Hier zeigt Peter Heppner seine unbestrittenen Stärken, eingängige Melodien und eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Dazu reaktivierte er u.a. seinen alten Duett-Partner Joachim Witt, mit dem er vor 20 Jahren schon „Die Flut“ sang und damit einen kommerziellen Megahit landete (weltweit mehr als 750.000 verkaufte Exemplare). Auf „Confessions & Doubts“ heißt der potenzielle Heppner/Witt-Hit „Was bleibt?“. Dieser schleicht sich ähnlich cheesy wie der 20 Jahre alte Klassiker ins Ohr und gibt damit die Richtung für die kommenden 38 Minuten vor.

Diese schaut so aus, dass der 51-Jährige mal melancholisch-verträumte und dann wieder tanzbare Stücke wie „Nothing ends“ oder auch „Chance“ abliefert, die zusammen mit Balladen wie „Viele schöne Stunden“ und „Good things break“ sowie dem Wechsel aus englischer und deutscher Sprache im Verbund mit der markanten Gesangsstimme des Hamburgers für die typische Stimmungslage eines Heppner-Albums sorgen. In dieser kommen zarte Reggae-Klänge („Gib mir doch’n Grund“), angedeutete HipHop-Beats („You don’t love me“) und inhaltlich brisante Themen vor („Theresienstadt: Hinter der Mauer“).

Fazit: „Confessions & Doubts“ ist ein souveränes Popalbum, das zwar ohne einen echten Hit auskommen muss, aber dennoch überzeugen kann. Vorausgesetzt, man kommt mit der Art und Weise Peter Heppners zu singen und zu komponieren klar. Schließlich ist allzu viel Melancholie nicht jedermanns Sache. Aber für solche Hörer verordnet Doktor Heppner ja eh „TanzZwang“.

Anspieltipps:

  • Chance
  • Was bleibt?
  • Herz (Metropolis)
  • Gib mir doch’n Grund
  • Theresienstadt: Hinter der Mauer
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