2Cellos - Let There Be Cello - Cover
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2Cellos Let There Be Cello


  • Label: Portrait/Sony Music
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die 2Cellos führen ihren Augen handwerklich perfekt vor, wo konventioneller Klassik-Pop seine Grenzen hat.

Die 2Cellos gehen zumindest ihrer Diskographie nach ins verflixte siebte Jahr. Nach etlichen Coverversionen zeigt sich zumindest für das Duo, das Eigenkreationen und -interpretationen nicht so gefragt sind, wie die Melodien aus Film, Funk und Fernsehen. Auch nach sieben Jahren sind noch genug A-Listen-Lieder vorhanden, die das Duo covern kann. Löblich bleibt zu erwähnen, dass sie weiterhin Klassik-Klassiker ans Tageslicht zerren, wobei sie beispielsweise mit Vivaldi auch auf Bekanntes setzen. Nach sieben Jahren zählt wie eh und je, dass sich das handwerklich äußerst talentierte Duo kein eigenes Profil aufbauen konnte.

Bezeichnenderweise beginnt das neue Album „Let There Be Cello“ nach einem brummenden, aber wenig interessanten Push-Opener mit einer seiner schwächsten Nummern. „Eye Of The Tiger“ lässt die Energie des Originals vergessen, was sie so oft daran liegt, dass die reinen Gesangsnoten nicht ausreichen, um das Lied allein mit einem Cello zum Leben zu erwecken. Das anschließende „Pirates Of The Caribbean“ führt dieser Umstand klar vor Augen, wo das Cello als führende Stimme nah an der Idee des Originals liegt. Sobald 2Cellos Ansätze verfolgen, die auch im Original keinen Gesang haben, spielen sie ihre Modernisierungen befreiter und gekonnter auf.

„Asturias Meets Carmen“ und „Vivaldi Storm“ belegen diese These, während auf Pop-Seiten das scheinbar schnell mal in der Pause eingespielte „Despacito“ lieblos, ein wenig aus dem Rhythmus geraten und ohne Reggaeton den deplatzierten Tiefpunkt des Albums darstellt. Zwar finden sich auf Pop-Seiten auch solide Darbietungen von „The Show Must Go On“, „Whole Lotta Love (Medley)“ und dem sanft vorgetragenen Hallelujah, aber die Stärken dieses Albums sind diese Interpretationen nicht.

Auf „Let There Be Cello“ verkommt die Musik der 2Cellos weiter zu einem leeren Schaulaufen, das viel Glamour und Glitzer bietet. Ohne den inzwischen nicht mehr ganz so neuen Cello-Faktor offenbart sich das System der Band als zu sauber und distanziert, um zu berühren und zu begeistern. Fans lassen sich weiter kurzzeitig blenden, doch bleibenden Eindruck wird „Let There Be Cello“ nicht hinterlassen. Dass das Album mit dem „Champions Anthem“ endet, ist eine passende Parallele zu einem Sport, der inmitten der großen Show manchmal zu vergessen droht, dass die Freude am eigenen Schaffen einmal im Vordergrund stand.

Anspieltipps:

  • Pirates Of The Carribbean
  • Asturias Meets Carmen
  • Hallelujah

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