Steve Perry - Traces - Cover
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Steve Perry Traces


  • Label: Concord/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Leider verliert sich Steve Perry in vielen jammernden Balladen. Trotzdem gut, dass er wieder zurück ist.

Über 20 Jahre hat man fast nichts mehr von Steve Perry gehört. Damals ging ihm laut Eigenaussage die Freude an der Musik abhanden, seine Band Journey wollte sich nicht in diesem ungewissen Zustand bewegen und machte mit anderen Sängern weiter, bis sie mit Arnel Pineda einen Perry-Clon auf die Bühne stellte, der seine Sache dort aber seit 11 Jahren macht und eine außerordentlich gute Figur abgibt. Ein persönlicher Schicksalsschlag bringt Steve Perry nun zurück auf die große Bühne, der Hype ist dementsprechend groß. „Traces“ hat er größtenteils in Eigenregie über die letzten drei Jahre aufgenommen und ist nach „Street Talk“ und „For The Love Of Strange Medicine“ erst sein drittes Soloalbum.

Unbestritten ist Steve Perry einer der größten Sänger aus dem Rock-Pop-Genre. Seine hohe und klare Stimme, hatte immer auch Charakter, trotzdem kann sie auf Dauer auch etwas ermüdend wirken. Nach der Veröffentlichung der ersten Single „No Erasin‘“ konnte man zuerst erschrocken sein. Das Alter hat auch vor der Stimme Steve Perrys nicht halt gemacht, aber sie ist trotzdem gut gealtert. Fehlte ihm früher vielleicht ab und an etwas Tiefe oder Kraft lassen das leichte Kratzen und die leichte Patina seine Stimme reifer und auch cooler klingen. Ansonsten versetzt dieser ziemlich coole Rock-Pop-Song mit pathetischem Refrain, der zum Mitsingen einlädt den Hörer zurück in die frühen Achtziger als Journey eine der größten Bands waren und mit genau solchen aufwühlenden, aber positiv klingenden Songs die Charts eroberten.

Leider ist direkt der Opener auch die mit Abstand beste Nummer auf „Traces“. Dass es balladesk zugehen würde, konnte man sich mitunter schon denken, dass aber außer „No Erasin‘“ nur noch „Sun Shines Grey“, eine treibende Stadionrocknummer, in rockigere Gefilde vorstößt, ist schon etwas enttäuschend. „No More Cryin‘“ bringt immerhin mit souligen Elementen noch etwas Abwechslung ins Spiel, „Most Of All“ ist zwar arg kitschig-schmalzig, liefert aber immerhin ein entspannt stilsicheres Gitarrensolo von Ko-Produzent Thom Flowers. Der Rest der Songs bewegt sich ohne Ausnahme im Bereich dahinplätschernder und etwas zu flehenden und jammernden Balladen. Dafür, dass man Steve Perrys Stimme nochmal hören darf gibt es aber nochmal einen Extrapunkt.

Anspieltipps:

  • No Erasin’
  • No More Cryin’
  • Sun Shines Grey

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