Paul Collins - Out Of My Head - Cover
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Paul Collins Out Of My Head


  • Label: Alive Alive! Records
  • Laufzeit: 33 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
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Der selbsternannte „King Of Power Pop“ stellt sich mit „Out Of My Head“ stilistisch breiter auf.

Mit ihrer ersten EP verschafften sich die kurzlebigen The Nerves 1978 einen ausgezeichneten Ruf in der Power-Pop-Szene von Los Angeles. Sogar Blondie waren auf die Band aufmerksam geworden und coverten ihr „Hanging On The Telephone“ für „Parallel Lines“ (1978). The Nerves bestanden aus Jack Lee und Peter Case, die sich später zu ausgezeichneten Singer-Songwritern entwickelten. Der dritte im Bunde war Paul Collins, der nach der Auflösung des Trios als The Breakaways oder The Beat weiterhin Power-Pop-Geschichte schrieb. Die Songs von Collins strotzten vor Elan und wiesen Ohrwurm-Qualitäten auf. 1992 und 1993 wendete sich Paul mit „Paul Collins“ und „From Town To Town“ dem Country-Rock zu. Nach einer Wohnortverlegung nach Madrid und einer The Beat-Live-Reunion für den spanischen Markt tauchte der inzwischen nicht mehr zwingend an den Power-Pop gebundene Songwriter ab 2008 alle paar Jahre mit neuen Platten auf, darunter auch „King Of Power Pop“ von 2010.

„Out Of My Head“ ist Pauls erstes Studio-Werk seit „I Feel The Noise“ aus 2014 und die Idee dazu entstand beinahe zufällig nach der Einweihung des neuen Tonstudios seines Freundes Tony Leventhal. Im Zuge der Probe-Aufnahmen ergab sich die Zusammenarbeit mit dem Bassisten Paul Stingo, der den Song „In And Out Of My Head“ beisteuerte. Collins ging seinerseits die Liste seiner bisher noch nicht verwendeten älteren Lieder durch und reaktivierte frühere Ideen (z.B. „Killer Inside“ und „Tick Tock“). Zusätzlich schrieb er auch neue Songs.

Der Opener „In And Out Of My Head“ ist ein verhaltener, staubiger Pop-Rocker mit Country-Twang, den man sich auch gut in einer Version von Calexico vorstellen kann. „Go“ und „Midnight Special“ lässt die alten Power-Pop-Zeiten aufblitzen und „Kind Of Girl“ erinnert an den frühen Mersey-Beat der Beatles. Auch „Just Too Bad You're Leaving“ geht als Ballade zurück in diese Epoche von Anfang der 1960er Jahre. Der Schunkel-Pop „You Belong To Me“ kann zwar nicht für Verzückung sorgen, nervt aber auch nicht. Typischer Fall von Durchschnitt. Dagegen gefällt der mysteriöse Surf-Pop „Killer Inside“ nicht nur aufgrund seines unvorhersehbaren Verlaufs, sondern kann auch melodisch überzeugen. So weit, so gut, aber „Emily“, „Lost Again“, „Tick Tock“ und „Beautiful Eyes“ machen als schmalzige Schlager allerdings keine gute Figur.

Paul Collins zeigt sich vielseitiger denn je, aber einige Tracks weisen gegenüber früheren Aufnahmen eine Einschränkung der Vitalität, Aggressivität und Experimentierfreude auf. Sie wirken dadurch altbacken und fade. Andere zeigen wiederum, dass das Feuer in Paul immer noch lodert. Das sind aber insgesamt zu wenige, um mit „Out Of My Head“ gänzlich zufrieden zu sein.

Anspieltipps:

  • In And Out Of My Head
  • Go
  • Kind Of Girl
  • Midnight Special
  • Killer Inside

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