Them (U.S.) - Manor Of The Se7en Gables - Cover
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Them (U.S.) Manor Of The Se7en Gables


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 55 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Them geben sich bierernst und merken nicht, wie sie über 55 Minuten zu einer Parodie des Metal-Genres werden.

Thems Homepage lautet them666.com und spätestens jetzt wundert sich niemand mehr über den Titel „Manor Of The Se7en Gables“ und dass die Band Hörer durch eine knappe Stunde voller Vorurteile über das Metal-Gerne führt. Von ausgefallen düsteren Wortschöpfungen wie „Circuitous“ und „Maleficium“ über Videospiel-Endboss-Hymnen zum Abschluss in „Punishment By Fire“ bis hin zur obligatorischen Spoken-Word-Seifen-Oper ist auf dem Album alles vertreten, was dem Genre seinen zweifelhaften Ruf einbringt.

In den 55 Minuten des Albums passieren zu viele Ton-Unfälle, als dass sich das einzelne Aufzählen lohnt. Eine im Grunde durchaus solide Heavy-Metal-Truppe verbaut sich den eigenen Ansatz durch eine schlecht erzählte und dick aufgetragene Story im Hintergrund, die das Album holprig aus der Startbox entlässt und am Ende auf die Nase fallen lässt. Wenn unser, nennen wir ihn freundlich, Protagonist im Angesicht seines Nemesis ein „Noooooo!“ von sich gibt, das Darth Vader und sämtliche Laiendarsteller der Welt vor Schamesröte im Boden versinken lässt, liegt der Gedanke nahe, dass Them bei ihrer theatralischen Darbietung die falschen Prioritäten gesetzt haben.

Legen Hörer das streitbare Schauspiel beiseite, bleibt die Musik, die hier und da genüsslich voran prügelnder Heavy Metal ist. Im besten Fall darf sich die Musik wie in „Circuitous“ und „Refuge In The Manor“ auf sich selbst konzentrieren. Zwar wiederholt sich die Band thematisch andauernd, doch für den kurzen Metal-Spaß mit hoher Schlagzahl reicht das. Manch einer ist sogar geneigt, „Witchfinder“ einen guten Song zu nennen, bevor in „A Scullery Maid“ daran erinnert wird, dass Hörer scheinbar einer Geschichte aus der Gruft lauschen, die seinerzeit den Schnitt nicht geschafft hat.

Der Sargnagel für Them ist ihr großes Finale, bei welchem sie sich musikalisch komplett übernehmen. Musik und Gesang laufen wiederholt aus dem Ruder und stoßen sich aneinander, bevor besagtes „Nooooo!“ jegliche Ernsthaftigkeit raubt. Passend zu der plakativ gewählten Internetadresse sind Them subtil wie der Elefant im Porzallenladen und wälzen sich in stereotypischen Splittern, die am Ende eine ungewollt komödiantische Metal-Farce ergeben. „Manor Of The Se7en Gables“ ist wie einer der Horror-Filme, die zum unfreiwilligen Lachen einladen, weil sich die Musik unverschämt ernst nimmt.

Anspieltipps:

  • Witchfinder
  • Refuge In The Manor
  • As The Sage Burns

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