Richard Ashcroft - Natural Rebel - Cover
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Richard Ashcroft Natural Rebel


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 46 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein müdes Alterswerk, das der Brite mit gerade einmal 47 Jahren abliefert.

Auch Ex-„The Verve“-Frontmann und Songwriter Richard Ashcroft (47) ist nun mit seinem neuen Album „Natural Rebel“ bei kommenden Supertanker der Plattenindustrie angekommen. Das fünfte Solowerk des Briten erscheint auf seinem eigenen RPA-Label und wurde an BMG Rights Management lizenziert. Es entstand zusammen mit den Produzenten Jon Kelly (u.a. Paul McCartney, Kate Bush, Chris Rea, Heather Nova, Fish) und Emre Ramazanoglu (Kylie Minogue, Jarvis Cocker, Noel Gallagher, Lily Allen, Newton Faulkner) und wurde in den State Of The Ark Studios in Richmond, Surrey, im Bunker Studio in Brooklyn, New York, sowie in den Londoner Tileyard und Hoxha HQ Studios aufgenommen.

Der stets etwas mürrisch wirkende Mad Richard sah sich schon immer als eine Art Rebell, auch wenn seiner Musik, ausgenommen der frühen The-Verve-Werke, noch nie etwas Rebellisches anhaftete – weder inhaltlich, noch kompositorisch. Trotzdem hat er sich in der britischen Popmusik einen Status erschaffen, von dem er auch heute noch zehrt. Denn selbst wenn seine Soloplatten in der Heimat bisher auf Top-3-Plätze abonniert waren, konnten sie kaum mit den Großtaten von The Verve mithalten.

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So wundert es einen kaum, dass in den zehn neuen Songs kaum Aufbegehren steckt. Stattdessen verwaltet Ashcroft sein Können recht überschaubar mit US-amerikanisch angehauchtem Songwriter-Pop, der nett und gefällig aus den Boxen perlt, aber zu keiner Zeit etwas zu sagen hat. Das liegt nicht nur an den platt gereimten Texten, sondern auch und vor allem an den 08/15-Songs, die sich aus bräsigen Balladen („That’s how strong“) sowie Schunkel-Pop („That’s when I feel it“) zusammensetzen und sämtlichen Esprit mit Einflüssen aus Northern Soul und BritPop vermissen lassen.

Dabei sind grundsätzlich immer wieder fluffige Streicher allgegenwärtig, die für einen klebrigen Breitwand-Sound sorgen, der einst die „Bittersweet symphony“ ausgezeichnet hat, doch auf „Natural Rebel“ nur wie eine mäßige Karikatur wirkt („A man in motion“). Nur selten zeigt Ashscroft in Songs wie „Born to be strangers“ mal so etwas wie Biss und bricht damit die lahme Grundstimmung auf, die „Natural Rebel“ zu einem müden Alterswerk degradiert, das der Brite mit gerade einmal 47 Jahren abliefert. Ein kleiner Tritt in den Millionärshintern könnte deshalb für die Zukunft nicht schaden!

Anspieltipps:

  • We all bleed
  • Money money
  • A Man in motion
  • Born to be strangers
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