Rockstah - Cobblepot - Cover
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Rockstah Cobblepot


  • Label: Department Musik/WEA
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Prinz von Hessen mit einem düsteren Trip in die 80er Jahre.

Die musikalischen Gene hat der Rapper Rockstah alias Max Nicolas Nachtsheim (34) aus dem hessischen Rodgau als Sohn des Badesalz-Mitglieds Henrik Nachtsheim (61) schon als Kind in die Wiege gelegt bekommen. Doch etwas darauf machen muss er natürlich alleine und aus eigenem Antrieb. So betätigte er sich nach der Schulzeit neben einer ganz normalen Ausbildung zum Mediengestalter als Freestyle-Rapper und später auch als Label- und Web-Shop-Betreiber (Nerdy Terdy Gang). Er veröffentlichte Demo- und Mixtapes und trat als Live-Support von Prinz Pi, Olli Banjo und den Orsons auf, ehe er im Jahr 2014 sein Majordebüt „Pupertät“ auf den Markt brachte, das es bis auf Platz 37 in deutschen Charts brachte.

Nun liegt mit „Cobblepot“ das zweite Werk im Vertrieb von Warner Music vor, dem eine schwere Zeit vorausging. Denn irgendwie war nach „Pupertät“ die Luft und die Motivation raus. Die Musik trat in den Hintergrund und Rockstah verdingte sich auf andere Weise. Als die Lust an der Musik wieder erwacht, knirscht es allerdings noch im kreativen Getriebe und es braucht einige Zeit, bis Rockstah wieder in der Spur ist. Im Frühjahr 2018 gelang jedoch der Befreiungsschlag und „Cobblepot“ entstand mit der Hilfe von Max Richard Leßmann (Sänger der Husumer Band Vierkanttretlager) und Philipp Koch (Gitarrist der schwäbischen Band Heisskalt) innerhalb eines Monats.

Als Ergebnis der plötzlichen Eingebung präsentiert Rockstah ein Dutzend Tracks, die wie eine Abrechnung mit der bisher etwas schleppend verlaufenen Karriere als Musiker klingt. Auf eine düstere Grundstimmung aufbauen, liefert Rockstah kein klassisches Rap- und HipHop-Album ab. Er verbaut vielmehr zu klarem Gesang viel Elektronik mit Keyboard- und Synthesizer-Sounds im modernisierten 80er-Jahre-Stil – einer Epoche, die auf „Cobblepot“ inhaltlich häufig thematisiert wird („VHS“, „Highscore“, „Snowball ‘84“).

Das erscheint im ersten Moment sicher ungewöhnlich, entwickelt sich aber im Laufe der Spielzeit zu einem geschickt gewobenen Konzeptalbum, das sich nicht zwingend über einzelne Songs, sonders als großes Ganzes definiert. Dabei ist gewiss noch Luft nach oben, doch für jemanden, der mit Musik eigentlich abgeschlossen hatte, ist „Cobblepot“ ein gelungener Neuanfang.

Anspieltipps:

  • VHS
  • Highscore
  • Rote Fässer
  • Der Pinguin
  • Love, Sex & Videogames
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